Nicht übers Knie brechen

Zur Diskussion um mögliche Grundschulschließungen in Uelzen:.

Die Diskussion um den Sparhaushalt und die in diesem Rahmen erörterten möglichen Schließungen von Grundschulen bedarf der Ruhe und kann nicht unter Termindruck übers Knie gebrochen werden. Gerade in Uelzen gibt es die Erfahrung, dass eine schon geschlossene Schule wieder „aufgelassen“ wurde und dann erhebliche Summen Geldes kostete. Aber das nur am Rande.

Wichtig erscheint mir eine Erwägung aus pädagogischer Sicht und auch diese haben unsere Vertreter im Rat zu berücksichtigen. Die Umsetzung von politisch gewollter Inklusion und die gleichzeitige landesweite Schließung von Förderschulen/-klassen werfen viele Fragen auf und werden die Schulen zunehmend vor erhebliche Probleme stellen.

Die mir genannten Richtzahlen von 24 Kindern pro Klasse sind keine ernstzunehmende Option und werfen etliche ungelöste Fragen auf: Wie viel Kinder mit Problemen verkraftet eine Klasse? Wo liegt die Obergrenze der möglichen Begleitpersonen? Wie sind/werden Lehrer auf die neuen Probleme vorbereitet? Wird in den Schulen ein anderes Raumprogramm nötig werden? Welche Forderungen sind an den Schülertransport zu stellen?

Natürlich sind das Fragen, die nicht in Uelzen geklärt werden können, deren Klärung aber auf die Gestaltung der Schullandschaft großen Einfluss haben.

Bei den Schulinspektionen der vergangenen Zeit wurden meines Wissens die „kleineren“ Grundschulen hervorragend bewertet. Sollten nicht gerade diese Schulen erhalten bleiben? Schulen, die im verstärkten Maße „Problemfälle“ zu verarbeiten haben, könnten so entlastet werden. Sind nicht vielleicht die Schulen am „Stadtrand“ die näher zu den Siedlungsgebieten liegen geeigneter, um Antworten zu finden.

Ich denke, es gibt zurzeit keine befriedigende Antworten auf diese Fragen und ich halte es kaum für verantwortbar, im „Schnellschuss“ eine Lösung herbeizuführen, die der Stadt aus meiner Sicht nur vordergründig bei unseren Finanzproblemen hilft. Wichtig ist es, die Entscheidung jetzt offen zu halten, um auf die anstehenden Probleme in Ruhe angemessen reagieren zu können.

Georg Lipinsky,

Uelzen

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