AZ-Leserbriefe

„Nicht nur an sich denken!“

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„Uelzener zeigen Bunkermentalität“ beschreibt AZ-Leserin Christina Deuter aus Uelzen das Einkaufsverhalten vieler Bürger in den vergangenen Tagen und Wochen.

Zum AZ-Artikel „Ausgangssperre droht“ vom 20. März und zu neuen Öffnungszeiten von Geschäften am Sonntag erreichten die Redaktion folgende Zuschriften:

Die Rede unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Umgang mit dem Coronavirus fand ich sehr beeindruckend.

Leider muss ich in den letzten Tagen feststellen, das trotz ihres Aufrufes, Disziplin und Solidarität zu zeigen, sehr häufig nicht beachtet wird. Nicht zu fassen ist für mich in diesem Zusammenhang in Bezug auf die Solidarität das merkwürdige Einkaufsverhalten sehr vieler Uelzener Bürger. Ich beobachte seit Beginn des Virus in den Uelzener Supermärkten die „Bunkermentalität“ der Menschen. Heute und die Wochen und Tage vorher waren die Regale mit Milch, Mehl, Zucker, Toilettenpapier und Küchenrollen völlig leergeräumt. Ich habe in der Innenstadt alle Supermärkte ohne Erfolg abgefahren und nicht nur ich!

Kein Wunder, weil die Menschen kistenweise Milch, Zucker und Mehl kauften und bis zu sechs große Toilettenpapierpakete, Papiertaschentücher in Mengen und mehrere Pakete Küchenrollen in ihre Einkaufswagen packten. Kein Wunder, dass es da Engpässe bzw. nun ständig leere Regale gibt. Es wurde zwar gesagt, dass die Ware nachgefüllt wird, aber innerhalb kurzer Zeit wurden wieder mengenweise diese Dinge weggeschleppt. Seit Kurzem soll es nun zum Glück Mengenbegrenzungen geben.

Mich wundert nur die Ruhe und Geduld der Kassiererinnen in den Märkten, die völlig unschuldig an dieser Misere sind. Da kann man diesen Frauen und Männern in den Märkten nur dankbar sein. Ich persönlich beteilige mich nicht an dieser „Bunkermentalität“. Ich kaufe nach wie vor so ein, dass ich für 14 Tage bis drei Wochen alles habe, was ich benötige, denn es wurde ja von der Bundesregierung immer wieder deutlich gemacht, da es keine Probleme bei den Warenanlieferungen gibt und deshalb hoffe ich sehr, dass sich das auch einmal in den Köpfen der Menschen festsetzt und einige nur noch an sich selbst denken!

Christina Deuter, Uelzen

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Die Stadt Uelzen hat es sicher gut gemeint mit ihren Bürgern. Eine durchgängige Versorgung der Bevölkerung soll durch Öffnung einiger Geschäfte am Sonntag ... gewährleistet werden. Nun kann man gespannt sein, ob es nicht doch zu einem verkaufsoffenem Sonntag „ausartet“. Es ist doch absehbar, dass sich hier nicht nur die arbeitenden Mitbürger aufhalten werden, sondern auch Rentner und Pensionäre, wozu ich auch gehöre. Es geht nicht darum, dass nicht jeder seinen Spaß haben soll, sondern darum, dass wir andere und uns selbst nicht in Gefahr bringen. Ein Dankeschön an alle, die in diesen Tagen soviel für uns leisten.

Marlies Dierken, Bienenbüttel

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Die Geschäfte, die ab Sonntag bis zum 19. April geöffnet haben, sind an sechs Tagen die Woche schon geöffnet. Die durchgängige Versorgung ist an diesen Tagen sicher gestellt. Was soll das Ganze? Entweder wollen wir, dass die Bevölkerung nicht unnötig zusammen kommt, dann bleiben alle Geschäfte am Sonntag geschlossen. Oder wir lassen das Ganze bleiben und machen alle Geschäfte, die jetzt geschlossen worden sind, wieder auf. Alles andere ist ein Witz.

Kay-Uwe Hass, Ebstorf

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Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichneten Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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