Neue Wege für die Griechen?

Hans Kramer aus Altenmedingen schreibt zur aktuellen Debatte über die finanzielle Situation Griechenlands und Lösungen des Problems:.

In der Diskussion um die derzeitige Situation Griechenlands bleiben über dem Streit der Finanzminister und der „Stinkefinger-Diskussion“ einige wichtige Aspekte leider immer sehr im Hintergrund, die erst bei genauerem Hinsehen deutlich werden: Griechenland wurde in die Eurozone aufgenommen vor allem auf Betreiben der damaligen deutschen Kohl-Regierung, obwohl eindeutig klar war, dass es die entsprechenden Kriterien in keinster Weise erfüllte und dass es einer der korruptesten Staaten Europas ist.

Deutsche und französische Konzerne haben Griechenland Unmengen an Kriegsmaterial verkauft, obwohl dessen Überschuldung bekannt war. Korruption hat dabei eine große Rolle gespielt. Das gleiche Risiko sind deutsche und französische Baukonzerne beim Bau der Sportstätten für die Olympiade 2004 eingegangen. Finanziert haben diesen Wahnsinn deutsche und französische Banken.

Die Milliardenkredite hat Griechenland nun bekommen, damit es die oben genannten Kredite zurückzahlen kann und die leichtsinnigen Geldgeber ihre Kredite nicht in den Schornstein schreiben müssen. Darum ist von dem vielen Geld nichts bei der griechischen Bevölkerung angekommen. Griechenland wird auch diese neuen Schulden nicht zurückzahlen können.

Die Griechenland von der EU beziehungsweise der „Troika“ aufs Auge gedrückte Spar- und Reformpolitik belastet dort im Wesentlichen die Armen. Diese Reform- und Sparpolitik ist im Fall Griechenland gescheitert. Das Ergebnis dieser Winkelzüge ist schließlich, dass die europäischen Steuerzahler diese Schulden zahlen müssen. Die eigentlichen Verursacher, zu denen neben den alten, korrupten, griechischen Regierungen vor allem Rüstungs- und Baukonzerne, insbesondere aber deutsche und französische Banken gehören, bleiben ungeschoren.

Bedenkt man dies zusätzlich zu der Kritik an der neuen griechischen Regierung, wird einem bewusst, dass das Problem nicht so einfach zu lösen ist. Nützt es also, diese gescheiterte Politik Europas und der Troika gegenüber Griechenland fortzusetzen? Oder wäre es nicht sinnvoller, sich neue Wege zu überlegen, anstatt auf alten Verträgen mit den korrupten griechischen Vorgängerregierungen zu bestehen, die sich inzwischen als unrealistisch herausgestellt haben?

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare