Das nennt man Wahlkampf

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Herbert Rathje mit dem „Beweisobjekt“ – die Wahlplakatposse aus Bad Bodenteich beschäftigt weiter die AZ-Leser.

Zur Berichterstattung über den CDU-Vorsitzenden Werner Schulz, der in Bad Bodenteich ein Wahlplakat der SPD entfernte, meldet sich Friedhelm Köllmann aus Bad Bodenteich zu Wort:

Da entfernt der Bodenteicher CDU-Chef in Selbstjustiz ein in einer „Bannmeile“ hängendes Wahlplakat vom politischen Gegner und wie der Zufall es will, kommt genau in diesem Moment der Bad Bodenteicher SPD-Chef mit seinem Pkw vorbei und stellt den Täter auf frischer Tat. Die CDU hat sich damit so kurz vor der Wahl einen großen Gefallen getan. Das besondere Rechts- und Demokratieverständnis zu dieser Tat beschränkt sich hoffentlich nur auf eine Person.

Der ganze Vorfall wird dann durch einen AZ-Reporter medien- und wählerwirksam aufbereitet und gelangt nicht nur auf die Titelseite der AZ. Das nennt man Wahlkampf! Flyer-Aktionen und Wahlkampfstände können getrost entfallen, wenn der politische Gegner „mitspielt“ und man Reporter auf seiner Seite hat. Einige Fragen bleiben in dem Bericht jedoch unbeantwortet, bzw. sind evtl. nicht recherchiert worden: 1. Hatte die SPD Kenntnis von der „Bannmeile“? 2. Herr Rathje hatte ein komisches Gefühl, als er Herrn Schulze in der Nähe des Plakates bemerkte. War Herrn Rahtje evtl. bekannt, dass das Plakat in der „Bannmeile“ hing? 3. Warum hat die Verwaltung nicht auf den Hinweis von Herrn Schulz reagiert und das Plakat entfernt?

Anmerkung der Redaktion: Die AZ hat, nachdem sie von dem Vorfall erfahren hat, die Protagonisten befragt und ihre Stellungnahmen in einem Bericht über den Vorfall zusammengefasst. Das ist übliche journalistische Arbeit. Woher Herr Köllmann den Rückschluss zieht, jemand habe den AZ-Reporter auf seiner Seite, erschließt sich uns nicht.

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