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Um die Zukunft des einstigen Hotels „Vier Linden“ wird aktuell hitzig diskutiert.
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Um die Zukunft des einstigen Hotels „Vier Linden“ wird aktuell hitzig diskutiert.

Jonathan Heistermann aus Ebstorf nimmt Stellung zum Bericht „Polemik hilft uns gar nicht“ (AZ, 3. Juni 2015) über die mögliche Unterbringung von Flüchtlingen im ehemaligen Hotel „Vier Linden“ in Medingen und eine Initiative des örtlichen Immobilienmaklers Volker Heinecke dagegen:

Juni 2015) über die mögliche Unterbringung von Flüchtlingen im ehemaligen Hotel „Vier Linden“ in Medingen und eine Initiative des örtlichen Immobilienmaklers Volker Heinecke dagegen:.

Dass Verallgemeinerungen bei manchen Menschen hoch im Kurs stehen, zeigt sich schon beim Namen: „Medingen wehrt sich“. Medingen hat also etwas gegen Nächstenliebe, Menschlichkeit und Solidarität? Ganz Medingen? Nein, in Wahrheit ist es nur ein unbeugsamer Immobilienmakler mit einer nicht einmal genannten Zahl „Unterstützer“. Diese „Unterstützer“ sind offenbar so überzeugt von ihrer Position, dass sie es vorziehen, anonym zu bleiben.

Glauben Sie, Herr Heinecke, dass Immobilienpreise in Anbetracht der Situation dieser Menschen ein geeignetes Handlungskriterium sind? Ihre privatwirtschaftlichen Interessen in allen Ehren, aber haben Sie schon einmal überlegt, was die Hauptursache solcher angeblicher „Wertverluste“ ist? Richtig, es ist die Angst. Geschürt von Leuten wie Ihnen.

Flüchtlingsunterkünfte künftig nur noch außerhalb von Wohngebieten einzurichten, ist an Absurdität kaum zu überbieten. Würden Sie sich so Willkommen fühlen? Würde es Ihre Bereitschaft zur Integration und einem guten Zusammenleben steigern, wenn Sie neben der bereits gegebenen und im ersten Moment auch unvermeidbaren sozialen, kulturellen, sprachlichen und wirtschaftlichen Ausgrenzung auch noch räumliche Ausgrenzung erfahren würden? Nimmt das Risiko des befürchteten „Brennpunkts“ bei solch einer Lösung ab? Natürlich nicht, ganz im Gegenteil!

Am meisten stieß mir jedoch die Aussage von Herrn Wahler, dass sich Flüchtlinge nicht mit der „Idee vom Luftkurort“ vertrügen, auf. Wäre ja auch wirklich zu schön, wenn die Flüchtlinge nun auch noch die Dreistigkeit besäßen, den braven Bürgern die gute Luft wegzuatmen und zahlende Gäste während ihrer Anwesenheit Flüchtlingen über den Weg laufen könnten…

Angst sollte man immer ernst nehmen, die Ursachen suchen und gegenwirken. Ich denke, dass Bürgermeister Martin Feller, der stellvertretend im Text genannt wird, ein guter Ansprechpartner zum Thema „Asylpolitik und Flüchtlingssituation“ ist.

Gehen Sie raus, nehmen Sie Kontakt auf und bieten Ihre Hilfe an, kurzum: Seien Sie der Nachbar, den Sie selbst sich in einer solch schwierigen Situation wünschen würden!

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