Leserbrief

Naturzerstörung auf 105 Kilometern

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„Autobahnen sind kein Garant für wirtschaftliche Stärke“, meint AZ-Leserin Beatrix Ullrich. 

Zur Kolumne „Von Woche zu Woche“, „Das Schlusslicht gleich nebenan“ (AZ vom 6. Januar), schreibt Beatrix Ullrich aus Oetzen:

Die Gründe, die der Autor für den Rang des Landkreises Salzwedel als Schlusslicht aufführt, sind nicht stichhaltig. Er schreibt, dass keine Kreisstadt von der Autobahn so weit entfernt sei wie Salzwedel. Gleich auf dem zweitschlechtesten Platz liegt Bochum, eine Stadt im Ruhrgebiet, die nach Norden und Westen von der Autobahn 40 und der Zubringerautobahn A 448, im Osten von der A 43 umgeben ist. Davor auf dem Platz 3 von unten liegt Hagen, in unmittelbarer Nähe der A 1, A 45 und A 46.

Auch andere Städte aus der Flop-30-Liste wie Bremerhaven, Wilhelmshaven und Frankfurt/Oder sind direkt über Bundesautobahnen zu erreichen, was offensichtlich kein herausragendes Kriterium für „Wirtschaftskraft, Einkommen, Zahl der Arbeitsplätze und Investitionen“ ist.

Das Setzen „auf den Bau der A 39“ gilt meines Erachtens nur für diejenigen, die sich davon eine Zeitersparnis auf größere Entfernungen versprechen. Die Naturzerschneidung und –zerstörung auf 105 Kilometern Länge, geradewegs durch eine von dörflichen Strukturen, Landwirtschaft und sanftem Tourismus geprägte, gewachsene Landschaft kann dadurch nicht gerechtfertigt werden. Hier wäre die Lebensqualität von Mensch und Tier durch diese Betonpiste ernsthaft gefährdet, ohne den Durchfahrtsorten an der B 4 wirkliche Entlastung zu bieten. Insbesondere die Kurstadt Bad Bevensen hat verkehrsmäßig und hinsichtlich der Lebensqualität keinerlei Vorteile, wenn man den Prognosen für die innerörtliche Verkehrsbelastung glaubt.

Autobahnen sind kein Garant für wirtschaftliche Stärke!

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