Müllvermeidung wird teuer

Wie transparent ist die Zusammensetzung der Müllkosten?

Über den Artikel „Die Abfallgebühren steigen“ macht sich Alexander Hess aus Lehmke Gedanken:.

Es bleibt als Fazit: Restmüll-Vermeidung wird für Kreisbewohner teuer. Der aus meiner Sicht unzureichend recherchierte Artikel sorgt daher für mehr Fragen als schlüssige, nachvollziehbare und damit für die Bürger im Landkreis verständliche Antworten.

Mir ist in Erinnerung, dass die vor kurzem festgelegten neuen Abholtermine für sämtlichen Müll auf der Kostenseite Einsparungen bringen sollte. Nun ist von der Erhöhung der Abfallgebühren die Rede, die zum einen mit hohen Transportkosten, zum anderen mit erst in der Zukunft anfallenden erhöhten Personalkosten begründet wurden.

Fakt ist aber: Bereits seit einigen Jahren ist in unserem Zwei-Personen-Haushalt von der 80 Liter auf die 40 Liter Tonne umgestellt worden, die in der Regel noch nicht einmal im 14-tägigen Rhythmus voll ausgenutzt wird. Wenn erforderlich, wird größerer, sperriger Restmüll, auf eigene Kosten zu Verwertern in den Uelzener Hafen, und damit zu jedenfalls wesentlich günstigeren finanziellen Konditionen als in Borg gebracht.

Diese Reduzierung unsers Mülls ist teilweise auch der Zuführung von bestimmten Abfallprodukten in die Biotonne zu verdanken, die im Gegensatz zu früher nunmehr auch als wichtiger Wertstoff in den Energiekreislauf gelangt, für den der „Produzent“ allerdings keine Vergütung erhält. Und es überrascht auch, wenn man in dem Beitrag lesen muss, dass trotz sinkender Einwohnerzahl offensichtlich das (Rest)Müllaufkommen steigt. Des weiteren verwundert die Aussage, dass hohe, bzw. höher werdende Transportkosten der Grund für dien Anhebung seien. Wie denn das: Müll ist schließlich auch Wertstoff, der – soweit er nicht verrotten muss – in Energie umgewandelt wird! Das erinnert mich an die leidige Debatte „Altpapier“. Denn in beiden Fällen erhält der Produzent, der Müll oder die von ihm zuvor bezahlte Zeitung an die Straße stellt, keinerlei Vorteile von dessen/deren Vermarktung.

Wenn man zudem bedankt, dass Müll-Werker dank ihrer Gewerkschaft regelmäßig von höheren Löhnen/Gehältern ausgehen können, die in keinerlei Verhältnis zu sonstigen Lohnerhöhungen in der freien Wirtschaft oder von Rentenanpassungen stehen, wird die Schieflage dieser „Müll-Kostenpolitik“ besonders deutlich.

Sehr neidisch schaue ich daher auf jene Landkreise in Ost- wie Westdeutschland, in denen zum Teil schon seit Jahrzehnten, codierte Tonnen bereitstehen, und die Nutzer nur zur Kasse gebeten werden, wenn diese an der Straße stehen.

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