AZ-Leserbrief 

Morde der 1. und 2. Klasse

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Antifa-Demonstration in Göttingen: Morde, die ihrem bornierten, ideologisierten Weltbild entsprechen, werden bagatellisiert, schreibt AZ-Leser Ulrich Merz. 

Den Beitrag „Lebenslang für Beate Zschäpe“ (AZ v. 12. Juli) kommentiert Ulrich Merz aus Növenthien:

Natürlich ist ein Urteil kein „Schlussstrich“ unter ein begangenes Tötungsdelikt. Ein Urteil, gesprochen vom Richter, würdigt nach Prüfung der inneren und äußeren Tatmerkmale die Tat und verhängt eine vom Gesetzgeber vorgesehene Strafe. Der Gesetzgeber (Legislative) ist auf Bundesebene der Bundestag und als Organ der Länder der Bundesrat.

Der „Schlussstrich“ wird nur für den Menschen gezogen, der auf brutalste, (auch) in Heimtücke gegen seine Person geführte Gewalt, vom Leben in den unabänderlichen Tod befördert wurde. Er ist aber nicht bei der Familie, Freunde und Bekannten gezogen, deren Seelen als mittelbare Opfer getötet wurden und die leiden. Ihr Leben lang!

Die Bundesrepublik Deutschland ist in ihrer Gesamtheit, manifestiert in ihrer Verfassung, ein antifaschistisches Staatsgefüge, repräsentiert durch antifaschistische Parteien in den Parlamenten von Bund und Ländern.

So stellt sich die Frage, weshalb es in einem antifaschistischen Staat Gruppierungen gibt, die sich als „Antifa“ oder „Antifaschistische Aktion“, bezeichnen? Diese in sich geschlossenen Gruppen unterstellen aus ihrer elitären Weltsicht dem freiheitlich demokratischen Rechtsstaat Deutschland, dass er latent faschistisch ist, sie die einzigen sind, die den Charakter des Staates erkannt haben und sich das Recht nehmen dürfen, den Staat (auch mit strafbaren Handlungen), zurechtzuweisen.

Dass aus ihrem elitären Denken ein abgehobener, realitätsverzerrender Dogmatismus entsteht, muss nicht erklärt werden, da die „Antifa“- Aktionen für sich sprechen. Es wurden in 20 Städten 200 Straßenschilder mit den Namen der NSU-Opfer überklebt.

Alles geschieht in der Überzeugung, im Besitz der reinen staatstragenden und staatshumanistischen Wahrheit zu sein.

Ob der Name, der ebenso aus niedrigen Beweggründen getöteten Polizisten Kiesewetter diese Ehrung erhielt, wäre von interessanter Bedeutung.

Wie die Vergangenheit gezeigt hat, ehren „linke Aktivisten“ nur ihre Überzeugung, nicht aber Vertreter eines von ihnen als faschistisch eingestuften Staates, den es zu bekämpfen gilt. Mit ihren Aktionen relativieren sie natürlich die vorsätzliche Tötung von 38 unschuldigen Menschen, die der RAF nachgewiesen wurden.

„Linke Aktivisten“ haben/hatten sich zur „Roten Hilfe“ zusammengeschlossen, um den Tätern Beistand zu gewähren und haben in Publikationen die Opfer und deren Familien verhöhnt. Auch sie nannten sich Antifaschisten! Für die Antifa und ihren Namenspaten gibt es offensichtlich (politisch motivierte?) Morde der 1. und der 2. Klasse.

Morde, die ihrem bornierten, ideologisierten Weltbild entsprechen, werden bagatellisiert und Morde, die von einem „nichtlinken“ Personenkreis begangen wurden, dienen dem Zweck der Staatsbekämpfung und werden als Beleg ihres isolierten Kaderschmiededenkens instrumentalisiert.

Nur in einem freiheitlichen Rechtsstaat ist das möglich, was sie tun. Sie bekämpfen ihn, wissen nicht warum sie es tun und bezichtigen ihn aus ihrer „Rechts“Norm heraus als faschistisch.

Gott, du größter Baumeister aller Welten, beschütze mich, beschütze uns vor diesen „heiligen Selbstgerechten“, die unsere Freiheit treten und sich „Antifaschisten“ nennen.

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