„Mir fehlt das Verständnis“

Olaf Lienkamp und Martin Hinrichs sprechen sich vehement gegen die Schließung der Grundschule Molzen aus:.

Dort, wo Mitarbeiter ihren Beruf mit einem überdurchschnittlichen menschlichen Einsatz ausüben (Grundschule Molzen), wird genau dieser Einsatz mit Füßen getreten. Dort, wo erwiesenermaßen der Sachverstand der Großmannssucht unterliegt, werden Maßnahmen ergriffen, die schlichtweg kurzsichtig und unsinnig sind.

Die Verantwortlichen der Verwaltung und des Stadtrates sollten einmal aus dem Elfenbeinturm des Rathauses herabsteigen, um sich zum Beispiel in einem Stadtteil wie Molzen umzusehen. Wahlkampfauftritte bei anstehenden Wahlentscheidungen reichen da bei weitem nicht aus.

Zu einer funktionierenden Infrastruktur und einem lebenswerten Umfeld der Stadt Uelzen gehört ein verbindendes Element wie die Grundschule. Dieses letzte finanzielle Engagement der Stadt zum Gemeinwohl kann und darf nicht Sparplänen geopfert werden. Zumal die – sicherlich vorhandene – Sparbereitschaft der Bürger hier weit überstrapaziert wird, wenn im gleichen Atemzug – vorherzusehende – Mehrkosten bei der Sanierung eines Prestigeobjektes wie dem Alten Rathaus versenkt werden. Wenn in dieser Diskussion über die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Kostenfaktoren gesprochen wird, muss dieses Projekt ehrlicherweise als kompletter Fehlschuss bewertet werden. Denn nur die Ziel-1-Fördermittel rechtfertigen diesen Umbau zur Luxus-KVHS in keiner Weise. Hier hat sich die Stadt als Bauherr verhoben! Denn wenn die Stadt nicht einmal bereit ist, in die Grundversorgung der Bildung wie Grund- und sonstige allgemeinbildenden Schulen zu investieren, fehlen auf jeden Fall die Argumente für ein derartig hohes finanzielles Engagement in zusätzliche Erwachsenen-Bildungsangebote wie die KVHS. Eine vernünftige schulische Versorgung in den ersten (Pflicht-)Schuljahren macht diese sicherlich teilweise entbehrlich.

Ehrlich gesagt fehlt mir als Steuerbürger das Verständnis, Dinge mit meinen Steuergeldern zu finanzieren, die ich nicht will, und die, die ich und meine Kinder brauchen, werden von meiner Kommune nicht geleistet. Liebe Verantwortliche der Stadt Uelzen, den Steuerbürgern, die ihr für die zu leistenden finanziellen Lasten braucht, stoßt ihr damit vor den Kopf. Um Uelzen mit seinen Ortsteilen lebenswert zu erhalten, muss es eine Einrichtung wie die Grundschule Molzen auch zukünftig geben, weil es ansonsten keine Pro-Argumente gibt, künftig die Wirtschaftskraft in Uelzen und gerade seinen Ortsteilen zu erhalten, geschweige denn auszubauen. Insofern ist dieser Sparplan – aus wirtschaftlicher Sicht mehr als unsinnig. Denn neben der ausgezeichneten pädagogischen (Inklusions-)Arbeit sind dort gerade erst beträchtliche Summen in die Sanierung gesteckt worden. Welchen Sinn macht es, eine erstklassig sanierte Schule leer stehen zu lassen? Von den menschlichen Enttäuschungen ganz zu schweigen...

Olaf Lienkamp aus Molzen,

Martin Hinrichs aus Riestedt

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