Ministerialer Blindflug

Leserbrief zum Thema „Am Boden bis es brennt“ (AZ-Berichterstattung)

Feuerflieger könnten starten, wenn die Landesregierung mal über ihren (beschränkten) Tellerrand hinausblicken würde. Denn wenn es um die Rettung einer Bank geht (und bekanntlich steht mehr als nur eine Bank an den Sparzierwegen im Wald), ist doch immer Geld da. Frau Merkel hat doch einen Bankenrettungsfonds gegründet, ist denn da kein Geld mehr für eine Bank im Wald drin? Oder bin ich nur so einfältig zu glauben, dass es einen Unterschied macht, wo man zur Rettung Geld einsetzt?

Fürs Mittagessen in den Schulen ist kein Geld da, für Hartz-IV nur 5 Euro, für Rentner nur 0,99 Prozent, aber für behördlich zuge-lassene Schuldenmacher in Regierung und Banken gleich viele Milliarden. Ach ja, der Euro muss gerettet werden, egal, was es kostet. Da passt es ja, dass für Feuerwehrflieger, nicht nur in der Lüneburger Heide, sondern auch in anderen Landesteilen, kein Geld da ist. Im Brandfalle werden ja „nur“ ein paar Tausend Hektar Land verwüstet, vielleicht kommt auch nur ein Mensch beim Rettungseinsatz ums Leben, weil ihm der fehlende Feuerflieger den Rettungsweg nicht zeigen kann. Alles schon dagewesen (1975).

Aber was soll’s? Regierungsseitig ist man stolz auf 5000, die zu Ostern da waren. Mehr ist nicht drin, oder fehlt es nur an einem ausgefeilten Formular „Antrag auf Rettungsflug bei Waldbrandgefahr“?

Horst Gilles

Bleckede

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