Mindeststandards für Energiepflanzen

Zur AZ-Wochenrevue „Vorschneller Protest gegen Biogas“:

Angesichts des anhaltenden Booms von Biogasanlagen warnt der NABU Bundesverband vor negativen Konsequenzen für Natur und Landschaft, denn der zunehmende Anbau von Energiemais hat erhebliche ökologische Risiken und Auswirkungen auf die Artenvielfalt zur Folge. Im Landkreis Uelzen ist unserer Meinung nach auch die Anzahl der möglichen Anlagen aus Gründen des Natur- und Landschaftsschutzes bereits überschritten, so dass keine neuen genehmigt werden sollten.

So werden im Einzugsgebiet von Biogasanlagen vermehrt Grünland- und Stilllegungsflächen zu Maisäckern umgewandelt. Der Trend zur Monokultur führt zu einer erhöhten Bodenerosion und Grundwasserbelastung sowie zu einem massiven Verlust wertvoller Lebensräume. Zudem hat die Entwicklung Auswirkungen auf die Pachtpreise, wodurch der Druck auf Naturschutzflächen wächst. In der Folge sinkt auch die Akzeptanz der Anlagen bei Bevölkerung.

Vor diesem Hintergrund fordert der NABU die Einführung ökologischer Mindeststandards, damit der Anbau von Energiepflanzen nicht zu Lasten von Natur und Umwelt geht.

Der NABU schlägt deshalb vor, die vorhandenen Förderanreize im Gesetz über erneuerbare Energien einerseits zu kürzen und andererseits durch einen Kulturlandschaftsfaktor zu ergänzen.

Zu den Bedingungen gehören sollen die Beschränkung des Maisanteils in der Biogasanlage auf 50 Prozent und der Verzicht auf Gentechnik. Alternativen zum Mais, wie Mischkulturen mit Sonnenblumen, Leindotter oder Luzerne, stehen bereits jetzt zur Verfügung und müssten allein schon aus Gründen eines Risikoausgleichs in Folge des Klimawandels verstärkt genutzt werden.

Eine Strategie der Energiewende darf nicht auf Kosten einer Ökologisierung der Landwirtschaft erfolgen, sondern muss im Einklang damit umgesetzt werden.

Peter Block,

Uelzen

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