Milchpreise: Drohen uns Ruinendörfer?

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Die Verzweiflung ist auf jeder Protestveranstaltung spürbar: Vielen Milchbauern in Deutschland drohen der wirtschaftliche Ruin und Altersarmut.

Zu den Berichten über den Verfall der Milchpreise schreibt Michael Beyer aus Prielip:

Wir sehen das in der Geschichte immer wieder. Braucht die Obrigkeit die Bauern, bekommen sie Geschenke, braucht man sie nicht mehr, wird ihr Eigentum für andere Zwecke eingezogen. Kein Politiker, kein Prediger auf der Kanzel, scheinbar keine Stimme für die gepressten Bauern. In diesem Land wird über jedes noch so Unwichtige und Profane palavert und sich erregt, aber wenn Menschen unnötig, einzig für die Gewinne des „Kapitals“ in den Ruin, in die absolute Altersarmut getrieben werden, das interessiert niemanden – armes Deutschland.

Gerade die Milchbauern haben riesige Investitionen im Vertrauen auf die Politik gemacht. Nach der unweigerlichen Pleite wird man ihnen, ohne eine ausreichende Altersversorgung (ist in diesem System nicht vorgesehen), nicht mal das Dach über dem Kopf lassen.

Wo sind die Sozialbewegten und Lichterkettenleute, die Milliarden für Einwanderer und deren zusätzliche Bespaßung ausgeben. Wer hat dieses Land dahingebracht wo es heute noch steht? Wo sind Massenproteste mit Treckerblockaden der Landwirte denen es zur Zeit noch wirtschaftlich leidlich geht, wann sind die „jetzt noch Stillen“ dran ihr Hab und Gut abzugeben zur Finanzierung verschiedener Fässer ohne Böden oder zur Rettung anderer relevanter Politikinteressen (TTIP lässt grüßen).

Wo sind die Berufsverbände mit ihren Funktionären? Haben die Verbandsleute vergessen, wer ihnen monatlich den Lebensunterhalt zahlt?! In dieser Gesellschaft und in der Politik läuft einiges ganz gewaltig schief und gegen die Wand.

Nun wundern die sogenannten Volksvertreter sich, dass die Menschen anderswo ihre Kreuze machen? Martin Schulz mit Worten wie „man muss Europa den Leuten besser erklären“ und Minister Christian Schmidt will den insolventen Bauern mit Steuererleichterungen unter die Arme greifen – ticken die noch richtig?

Zum selben Thema meint Carl-Friedrich Bautsch aus Groß Hesebeck:

In der 77. Zuteilungsperiode nach dem Krieg vom 25. Juni bis 22. Juli 1945 gab es damals für einen Monat auf Lebensmittelkarten 7500 Gramm Brot, 500 Gramm Fett und ein Kilo Zucker. Im Internet lesen wir, dass heute bei uns etwa elf Millionen Tonnen Lebensmittel in Müll wandern. Wert über 21 Milliarden Euro, pro Kopf etwa 81 Kilo pro Jahr. Für Katzenfutter in Dosen werden 1,1 Milliarden ausgegeben. Etwa 870 Millionen Menschen aber weltweit nicht genug zu essen haben.

Bauern können von 20 Cent pro Liter Milch nicht mehr leben. Sie werden wohl die Viehhaltung aufgeben oder aufstocken und neue Stallungen bauen müssen. Dabei sind allerhand Vorschriften zu beachten.

Dann kommen die Reporter, suchen solange, bis sie ein krankes Huhn, ein krankes Schwein oder eine kranke Kuh gefunden haben. Das Bild wird wochenlang in der Presse und im Fernsehen gezeigt.

Wie brauchen eine moderne Landwirtschaft, um die Menschen auf der Welt zu ernähren. Ohne Spritzmittel wird das nicht gehen. Pflanzenschutzmittel werden heute streng kontrolliert, müssen in gesonderten Räumen gelagert werden. 92 Prozent der Pflanzenschutzmittel sind nicht so giftig wie Salz. Wäre Salz ein Pflanzenschutzmittel, dürfte es nicht in der Küche aufbewahrt werden, es kommt immer auf die Dosis an.

Ich frage mich, wie werden mal unsere Dörfer und Feldmarken aussehen. Bauern können ihre Familie nicht mehr ernähren. Die Stallgebäude, Scheunen und Häuser stehen leer und verfallen, „Ruinendörfer?“

Riesige eintönige Feldmarken und Landschaften voll Mais oder Brachlandschaften, voller Unkraut und leer, und es gibt keine Bauern mehr, hungern müssen in der Welt viele Leut’, dann glaube ich, ist es bald soweit, es merkt ein jeder dann, dass man Geld und Macht nicht essen kann!

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