Leserbrief

Mensch ist so grausam wie der Wolf

Zur Berichterstattung über Wolfsrisse schreibt Thorsten Arndt aus Ebstorf:

Der Wolf ist zurück, reißt Schafe und das Entsetzen ist groß. Bei der Diskussion um diese Vorfälle sollte man sich aus meiner Sicht folgende Gesichtspunkte einbeziehen: Erstens: Bislang gibt es keine Verletzten durch Wolfsangriffe, sondern ausschließlich emotional aufgeladene Angst. Dagegen gibt es täglich Unfälle im Straßenverkehr mit Rehen und Wildschweinen, die zu Verletzten und auch Toten führen. Vor dieser realen Gefahr haben aber die Wenigsten Angst, wenn sie ins Auto steigen. Und wer schickt heutzutage seine Kinder allein zum Spielen in Wald und Wiesen, sodass sie durch die Wölfe gefährdet wären?

Zweitens: Man verurteilt den grausamen Wolf, der wehrlose Lämmer und Schafe reißt, während man selbst vielleicht Lammkotelett, Kalbsschnitzel oder Hackfleisch auf dem Teller hat. Auch dieses Fleisch stammt nicht von „totgestreichelten“ Tieren und vielleicht aus Massentierhaltung. Wie grausam das eigene Essverhalten ist, blendet man aus, mit dem Töten hat man ja nichts zu tun. Da ist es leicht einem Wildtier Grausamkeit vorzuhalten.

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