„Mehrfach überzeichnet“

Kirsten Lühmann bei ihrem Vortrag in Bad Bevensen: A 39-Kritiker Eckehard Niemann gibt ihr in Teilen Recht. Foto: Bräutigam

Zum Beitrag „A 39 – am Geld wird´s nicht scheitern“ (AZ v. 15. Februar) schreibt Eckehard Niemann aus Bienenbüttel:.

SPD-MdB Kirsten Lühmann hat vor einigen Tagen in Bad Bevensen ungewollt die schlechten Chancen für die A 39 bestätigt: Sie sagte richtig, dass die A 39 nicht in die neue Spitzenkategorie des kommenden Bundesverkehrswegeplans, den „Vordringlichen Bedarf Plus“, kommen wird – sondern nur in die zweite Kategorie, den einfachen „Vordringlichen Bedarf“. In dem verharrt sie aber schon seit 2003 – ohne dass sie finanziert bzw. gebaut wurde.

Das lag außer ihrem miserablen Nutzen-Kosten-Verhältnis daran, dass der „Vordringliche Bedarf“ mehrfach mit konkurrierenden Projekten überzeichnet war, die die Länder angemeldet hatten und auf deren Finanzierung sie in gegenseitiger Konkurrenz drängten.

Der „Vordringliche Bedarf“ im neuen Bundesverkehrswegeplan wird, so Frau Lühmann, nun auch wieder überzeichnet sein: es seien nämlich doppelt so viele Projekte angemeldet, wie man in den nächsten 15 Jahren werde finanzieren können. Niedersachsen hat neben A 39 bzw. B-4-Ausbau auch viele weitere Verkehrsprojekte angemeldet, darunter den Bau der Küstenautobahn A 20 (dort liegen die Wahlkreise des niedersächsischen Verkehrsministers Lies und des Bundesverkehrs-Staatssekretärs Ferlemann).

Frau Lühmann rechnete in Bad Bevensen vor, dass die Bundesmittel für Niedersachsen allenfalls vielleicht (!) für den Bau einer (!) Autobahn ausreichen würden. Realistisch war immerhin, dass Frau Lühmann angesichts der geplanten Klagen der A-39-Gegner die massiven Naturschutzprobleme in Abschnitt 3 und 4 der A-39-Planung bestätigte…

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