AZ-Leserbriefe

„Mehr als reine Fachkompetenz“

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Die drei Kandidaten für die Samtgemeindebürgermeisterwahl in der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf.

Die Samtgemeindebürgermeisterwahl in der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf erhitzt weiter die Gemüter:

In der heißen Wahlphase überschlagen sich die Gemüter. Ich finde es sehr verwunderlich, wie unserem jahrelang bewährten Bürgermeister Martin Feller unterstellt wird, dass er nicht die Fachkompetenz besitzt, den Posten des „Verwaltungsmeisters“ zu bekleiden.

Aus den Leserbriefen erkenne ich nur Partei bezogenes Interesse. Was meinen Sie, hat Herr Feller in den letzten Jahren seiner Tätigkeit als Bürgermeister gemacht ? In bester Zusammenarbeit mit unseren hochkompetenten Rathausmitarbeitern hat er stets im Interesse der ansässigen Bürger seinen Einsatz gezeigt. Mit noch mehr Kompetenz, wird er auch zukünftig Größeres für uns bewirken können.

Detlef Gohlke, Bad Bevensen

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Wenn der Gesetzgeber – und es wurden ja Verordnungen in den Leserbriefen zitiert – gewollt hätte, das Fachkompetenz ausreicht, hätte er einer übergeordneten Behörde die Auswertung von Bewerbungen überlassen und die Einstellung selbst vorgenommen. Nein, es reicht nicht aus. Der Gesetzgeber will, das sich Kandidaten frei bewerben und das wir – die Bürger – unseren Samtgemeindebürgermeister wählen. Der Gesetzgeber will Bürgernähe, demokratisches Handeln und Gestaltungsfähigkeiten. Also vieles mehr, als reine Fachkompetenz. Eines sei hier noch einmal angemerkt. Einem christdemokratischen Kandidaten dem die Sozialdemokratie die Steigbügel hält – ergibt das am Ende eine GroKo? Berliner Stillstands- und Verhinderungspolitik auch auf Samtgemeindeebene? Wer will denn das?

Wir brauchen politische Erfahrung, das Kennen der Region, den Willen die Gemeinsamkeiten zu suchen und zu finden. Wir brauchen den Gestalter vor dem Schreibtisch und nicht dahinter. Wir brauchen den Mut zu Veränderungen, wir brauchen Bewegung statt Stillstand, wir brauchen ein Ausprobieren statt Warten, wir brauchen Politik für Bürger. Wir brauchen einfach Bürgernähe, demokratisches Handeln und Gestaltungsfähigkeiten.

Mathias Böhnke, Jelmstorf

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Das Niedersächsische Kommunalverwaltungsgesetz sieht ausdrücklich vor, dass auch Kandidaten „ohne Portepee“ für die Wahl als Samtgemeindebürgermeister kandidieren dürfen, wenn sie vom Bürger gewählt werden. Damit wollte der Gesetzgeber sicherlich keinen gut dotierten Posten mit attraktivem Pensionsanspruch für Frühstücksdirektoren schaffen, sondern politische Vielfalt in die Amtsstuben tragen.

Natürlich erwarte auch ich – und damit gebe ich Herrn Peter und Herrn Palesch recht – dass so ein Kandidat sich auf den Hosenboden setzt und sich schnellstmöglich über Lehrgänge sein erforderliches Handwerkszeug aneignet. Gewinnt er aber die Wahl, muss auch der qualifizierte Beamte das Wählervotum respektieren.

Nur Verwaltungsspezialisten sind auch nicht immer eine Garantie für erfolgreiches Handeln, sonst bräuchten wir keinen Bundesrechnungshof und hätten nicht so herzhaft über den Passierschein 38 in „Asterix erobert Rom „ gelacht.

In unserer kleinen Samtgemeinde Rosche hat diese Konstellation mit einem engagierten Externen, einem fähigen Vertreter und einer effizienten Verwaltung hervorragend geklappt. In zwei Amtsperioden wurde unsere Gemeinde aus tiefroten Zahlen geholt und gleichzeitig wurden viele große Projekte verwirklicht.

Deshalb wünschen sich viele wieder eine Neuauflage, vorausgesetzt der Kandidat ist bürgernah und jung genug, zwei Amtsperioden durchzustehen, denn große Projekte, die aus Fördertöpfen gespeist werden müssen, brauchen Zeit.

Was können wir Wähler tun? Durch eine hohe Wahlbeteiligung klare Mehrheiten schaffen, das erspart die Stichwahl mit allen Folgen. An die ehrenamtlichen Wahlhelfer denken,die einen langen Tag haben werden. Wer schon mal drei Wahlen ausgezählt hat, weiß wovon ich rede. Diese Wahlhelfer müssten in ihrer Freizeit nochmals ran und wir auch.

Teddy Lindenberg, Nateln

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Leserbriefe geben die Meinung des Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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