Mehr Gäste auch ohne Autobahn

Margit Wulfs Leserbrief zu „Bekenntnis zur Autobahn 39“ aus der  AZ vom 16. November.

Das haben Gerüch(t)e so an sich. Sie geistern durch alle Ritzen. Wenn der „Keine A 39“-Dunst bereits auf den Fluren des Leine-Schlosses in Hannover am Wabern ist, muss es hinter den Türen in der Garküche schon ziemlich brodeln.

Man kann das Ganze auch so ausdrücken: Wenn es bereits so weit vorgedrungen ist, dass die Gerüch(t)eküche inzwischen sogar schon durch die Flure des Landtags zieht, dass es im Raum Uelzen große Widerstände gegen die A 39 gibt, sollte CDU-Landtagsmitglied Dirk Toepffer – egal, ob er Koch oder Kellner ist – das nicht auf die leichte Schulter nehmen und erklären, für ihn und andere Landtagsmitglieder sei dies kaum vorstellbar. Könnte es sein – er ist ja Brillenträger –, dass ihm seine Mattscheibe den klaren Blick ab und zu verdunkelt?

Oder könnte es sein, dass seine Geruchs- und Geschmacksnerven erheblich unterentwickelt sind? Das schmackhafte „Keine A 39-Gericht“ mit all seinen guten Zutaten, vor allem aus Hohnstorf, aber auch aus Bad Bevensen, Bienenbüttel, Riestedt bis Jembke, könnte Toepffer und dem ihm assistierenden Pro-A-39-Küchenjungen Hillmer leicht von anderen vor der Nase weggegessen werden, weil die keine Kostverächter sind.

„Keine A 39“ steht auf der Speisekarte im Kreis Gifhorn und Uelzen nämlich hoch im Kurs, wohingegen man die Pro-A 39-Fans in der Öffentlichkeit bezüglich Aktivitäten mit der Lupe suchen muss. Das ist schon seit deren ehemaligem Vorturner Christian Teppe so. Insoweit kann in Hannover eigentlich nur ein richtiger Eindruck vom Protest der Autobahngegner entstehen.

Aber mal ganz im Ernst: Die Region rund um Uelzen ist genau dadurch geprägt, dass sie straßenmäßig aus allen Himmelsrichtungen gut erreichbar ist. Das kann man sogar, wenn man auf einem Auge politisch blind ist, in so mancher Broschüre der Stadt Uelzen nachlesen, obgleich deren Verfasser, und dazu noch SPD-Anhänger, A-39-Befürworter sind. Toepffer redete vor 17 Köpfen des Mittelstands also blanken Unsinn. Alles Käse. Das nur mal so als Hinweis.

Im übrigen sollte er sich beispielsweise mal die neuesten Tourismuszahlen von Bad Bevensen ansehen. Dafür muss man nicht mal die Grundrechenarten beherrschen. Sowohl die Tages- als auch die Übernachtungsgäste sind in 2011/12 erheblich nach oben geschnellt. Und das ohne Autobahnanschluss!

Vor Jahren hatte man dort noch lamentiert, ohne A 39 würde es mit diesem Kurbad wirtschaftlich nur noch den Bach runter gehen. Tut’s aber nicht. Und auch Uelzen ist ohne eine A 39 wirtschaftlich nach wie vor gut aufgestellt. Ist das nicht merkwürdig, Herr Toepffer?

Ihre Pro-A-39-Brühe, die Leute wie Sie anrühren, ist ungenießbar. Wer sie dennoch probiert, kann sich an ihr nur den Magen verrenken.

Margit Wulf,

Suderburg

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