AZ-Leserbrief

Maue Beteiligung

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Mehr Beteiligung von Erwachsenen an der Müllsammelaktion in Bad Bevensen wünscht sich Harald Stute.

Über den Bericht zum Frühjahrsputz in Bad Bevensen „Unterwegs mit grauen Säcken“ (AZ vom 16. April) schreibt Harald Stute aus Bad Bevensen:

130 Anmeldungen bei einer Einwohnerzahl vom knapp 8800 Bürgern. Ich finde dieses Ergebnis mehr als traurig, sieht man hier doch wieder, wie vielen Menschen die Sauberkeit der Ortschaft völlig egal ist! Klar ist auch, dass ein Teil der Bevölkerung gesundheitlich oder beruflich gehandicapt ist – dies lässt sich auch nicht bestreiten. Das Alter möchte ich aber nicht unbedingt gelten lassen, denn auch aus der älteren Bevölkerung gab es Teilnehmer an der Müllsammelaktion am 14. April in der Kurstadt.

Das Problem der Vermüllung der Stadt dann immer wieder auf den Bauhof der Gemeinde abzuwälzen, finde ich auch zu kurz gedacht, da dieser diesem Problem kaum allein gewachsen ist. Hier sind alle gefragt, was uns wichtig ist und welche Welt wir den kommenden Generationen hinterlassen wollen. Da zählen solche Äußerungen wie „ich schmeiße keinen Müll weg, dann brauche ich auch nichts aufzuheben“ für mich nicht. Das ist Egoismus in Reinkultur, aber leider nimmt ja diese Mentalität immer mehr zu. Ich nehme an dieser Aktion schon seit einigen Jahren teil und finde, dass ein Großteil der Teilnehmer aus Kindern besteht, die die Umwelt wohl mehr schätzen als die Erwachsenen.

Dieser Leserbrief soll nicht vorwerfen, sondern zum Nachdenken über die Situation anregen: Was bin ich bereit zu tun? Man sollte nicht immer fragen: „Warum ich?“ Denn schon Erich Kästner sagte vor Jahrzehnten: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“ Immerhin gab es in diesem Jahr einen Rekord bei den Anmeldungen, was vielleicht der Plakatierung in der Stadt und der Malbuchaktion des SoVD Ortsverbandes für die jüngsten Teilnehmer und dem sozialen Gedanken geschuldet ist. Auf jeden Fall ist für die jährliche Aktion in der Kurstadt noch Luft nach oben. Außerdem ist diese Veranstaltung auch ein Treffen der Generationen, wo man ins Gespräch kommt und Ansichten austauschen kann. Vielleicht auch ein Stückchen Inklusion, denn jeder ist willkommen.

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