Magere Bilanz statt starker Argumente

Leserbrief zum Interview mit dem IHK-Präsidenten Olaf Kahle über die Situation der Fachkräfte in der Region, Energie, Impulse aus der Wirtschaft und Bau der A 39, AZ vom 12. Oktober:.

Der Bau der A 39 sei das zentrale Thema der Unternehmer der Region, sagt der Präsident der IHK Lüneburg-Wolfsburg, Olaf Kahle, und verweist auf das Positionspapier „Mobilität für die Zukunft“, das die Vollversammlung der IHK kürzlich verabschiedet habe. Hört sich doll an: Beschluss der Vollversammlung der IHK – aber was steckt tatsächlich dahinter?

Die Vollversammlung der IHK hat 72 Mitglieder, davon haben nur 39 (54 Prozent) über das Papier abgestimmt; von diesen 39 waren 28 dafür, sieben dagegen, vier haben sich enthalten. Das heißt: Nicht einmal 39 Prozent der Vollversammlungsmitglieder haben dem Mobilitätspapier ihrer IHK zugestimmt; der überwiegenden Mehrheit scheint es falsch oder doch zumindest egal zu sein.

Das erinnert an die Unterschriftenaktion, die die Industrie- und Handelskammer vor zwei Jahren über ihren Nordland-Autobahn-Verein unter den IHK-Mitgliedern der Region zur A 39 hat durchführen lassen. Der Verein hatte die IHK-Mitglieder angeschrieben und um Unterschriften unter eine Pro-A39-Petition gebeten (die „AZ“ berichtete). Ergebnis: Von den etwa 60 000 IHK-Mitgliedsunternehmen der Region folgten lediglich 200 dem Aufruf ihrer Kammer – das sind 0,3 Prozent. Und davon stammten mehr als ein Drittel aus jener Branche, die wohl als einzige von einem Autobahnneubau profitieren würde: der Speditions- und (Straßen-) Baubranche.

Die IHK sollte sich gut überlegen, ob sie auch künftig einen solchen Aufwand treiben will, nur um damit letztlich Werbung für die Argumente der Autobahngegner zu machen. Eine solche Werbung haben deren Argumente nämlich gar nicht nötig.

Wolfgang Schneider,

Bienenbüttel

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