AZ-Leserbrief

Nur um den Machtbetrieb zu befriedigen 

Mit möglichen psychischen Erkrankungen, die sich auf die internationalen Beziehungen auswirken könnten, beschäftigt sich dieser AZ-Leser:

Der Querulantenwahn (Paranoia querulans) zählt zu den seltenen ausgefallenen psychischen Syndromen, kann aber für Betroffene sehr gefährlich werden. Man studiere die Vorfälle um Michael Kohlhaas. In der Neuzeit beachte man Theresa May und besonders Donald Trump.

Autoritäre Persönlichkeiten, zu denen die Querulanten gehören neigen aufgrund ihrer eigenen Schwäche dazu, einen Konflikt nicht mit sich selber auszutragen, sondern ihre Aggressionen auf Andere zu projizieren. Sie sind nicht bereit zu kapitulieren. Das kann Kampf bis zum Untergang bedeuten. Eine übertriebene Betonung des eigenen Standpunktes schließt das Einfühlungsvermögen in fremde Standpunkte aus. Das Michael-Kohlhaas-Syndrom beschreibt einen überbordenden Machttrieb. Es ist paradox, dass ein Mensch die eigene Vernichtung oder die des eigenen Landes in Kauf nimmt, nur um den Machttrieb zu befriedigen.

Das starke Rechts-Gefühl des Querulanten ist ein narzisstisches, Ich-bezogenes Rechtsgefühl. Wie jeder Affekt ist es das Symptom eines Regressions-Vorganges, der durch eine narzisstische Kränkung im engeren Sinne eine rechtliche Beeinträchtigung ausgelöst hat. Das heißt, es werden reife und differenzierte psychische Verhaltensweisen auf frühkindliche oder entwicklungsgeschichtlich ältere Stufen zurückgenommen, um von einer als unerträglich empfundenen Situation entlastet zu werden.

Der Querulant ist unfähig, den eigenen Standpunkt und den eines Anderen nebeneinander im Gleichgewicht zu halten. Der Erkrankte hat wenig Leidensdruck, die Umwelt umso mehr!

Martin Feck, Wrestedt

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