AZ-Leserbrief

Lkws dürfen ausweichen

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Mehrzweckstreifen an der Bundesstraße 4: Er darf laut Verkehrswacht überfahren werden, Behördensprecher sind da anderer Meinung.

Zur Kolumne „Das Gesetz der Straße“ (AZ v. 1. September) äußert sich Uwe Kalischefski, Geschäftsführer der Uelzener Verkehrswacht:

Zum wiederholten Mal wird in einer vom Chefredakteur verfassten Kolumne behauptet, die Verkehrswacht habe auf Plakaten Lastwagenfahrer widerrechtlich dazu aufgefordert, den Seitenstreifen zu benutzen. Das trifft so nicht zu.

Eine seriöse Recherche und ein Blick in die StVO hätten nämlich ergeben, dass für Seitenstreifen folgendes gilt: Seitenstreifen gehören nicht zur Fahrbahn, Pkws und Lkws dürfen sie also grundsätzlich nicht benutzen (§ 2 Abs.1 StVO).

Das ist aber nicht alles. Dazu gehört ein weiterer Blick in die StVO, nämlich in § 5 Abs. 6. Hier ist vorgesehen, dass langsamere Fahrzeuge mehreren unmittelbar folgenden Fahrzeugen das Überholen ermöglichen können, indem sie dazu den Seitenstreifen in Anspruch nehmen. Nichts anderes war mit den Plakaten gemeint und beabsichtigt.

Wir halten es nach wie vor für sinnvoll und natürlich auch für zulässig, dass Lkw-Fahrer den Seitenstreifen benutzen, solange sich hinter ihnen eine Schlange gebildet hat, die durch Platzmachen aufgelöst werden kann. Dadurch können Stresssituationen abgebaut werden, Überholmanöver sind weniger riskant.

Der seinerzeitigen Aufstellung der Plakate „Nette Brummis machen Platz“ war im Übrigen eine Abstimmung mit den zuständigen Behörden vorausgegangen, von „Duldung“ kann also keine Rede sein. Besser als Plakate sind natürlich verbesserte Fahrbedingungen. Ein zügiger Ausbau der B 4 wird, nicht nur von der Verkehrswacht, ausdrücklich befürwortet.

Anmerkung der Redaktion: Es handelt sich nicht um einen Seitenstreifen, sondern um einen Mehrzweckstreifen. Wie er genutzt werden darf, ist rechtlich umstritten.

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