Liebe Kirche, wo ist Dein Problem?

Leserbrief zum AZ-Artikel „Weniger Etat – mehr Arbeit?“ vom 23. Mai.

Liebe Kirche, wo ist Dein Problem? Kommen die Leute, die sich für Dich abrackern, vor lauter Rechnerei, wo noch etwas einzusparen geht, auch noch dazu, darüber nachzudenken, warum die Menschen Dich verlassen? Liegt es vielleicht daran, dass die Menschen Kirche, so wie sie heute ist, nicht mehr verstehen? Verstehen sie nicht mehr, welche Idee mal hinter Kirche steckte, mit welchem Gedankengut Jesus seine Jünger in die Welt geschickt hat? Damals ging es um Lebensbejahung, den Weg zum gelingenden Leben, Lebensbrot, dass den Hunger nach Sinn stillte. Das, wonach doch jeder fragt und sucht. Diesen Hunger gibt es immer noch in jedem Menschen, nur das Brot, das die Kirche heute anbietet, scheint ihn nicht mehr zu stillen. Könnte es sein, dass Kirche mit ihrer Botschaft nicht im Heute angekommen ist? Sind die Werbung und das Marketing nicht mehr aktuell? Die Botschaft ist zeitlos – die Sprache ist es nicht. „Lutherdeutsch“ war aktuell vor 500 Jahren –heute gehört es ins Museum. Es ist an der Zeit, „dem Volk auf’s Maul zu schauen“ und die ganze Geschichte in heutiger Sprache zu formulieren (so wie es Martin Luther in seiner Zeit getan hat), damit „das Volk“ wieder versteht, wovon die da in Kirche eigentlich reden. Es gibt viele gute Ansätze, wie so etwas möglich ist – leider kommt in den Sonntags-Gottesdiensten und im kirchlichen Tagesgeschäft vor Ort wenig davon an. Drei mal drei bleibt neun und wird auch beim fünften Mal nachrechnen nicht zehn. Aber ein Wort, das verstanden wird, das wird mehr mit jedem Menschen, der es hört. Na denn, Kirche, mehr Mut zu neuer Sprache!

Andrea Burmester

Jelmstorf

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