Kritik an den installierten Pfosten

Leserbriefe zum Thema B 4: „Die Leitpfosten müssen weg“

Die neu aufgestellten Leitpfosten auf der B 4 sorgen bei einigen Lesern für Unmut und Unverständnis.
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Die neu aufgestellten Leitpfosten auf der B 4 sorgen bei einigen Lesern für Unmut und Unverständnis.

Die Redaktion erreichten weitere Leserbriefe zur Berichterstattung zum Thema B 4 und den auf den Seitenstreifen installierten Leitpfosten.

Ich hatte auf der Rückfahrt von Hamburg das Vergnügen, auf der B 4 vom Forellenhof bis Abfahrt Bienenbüttel/Gewerbegebiet hinter einem landwirtschaftlichen Fahrzeug zu fahren. Vor Bargdorf sorgte der nächste Trecker für die weitere Verkehrsentschleunigung.

Diese Art der Verkehrsberuhigung geht solange gut, bis ein Fahrer aus der Schlange die Nerven verliert und versucht, in einer vermeintlichen Lücke zu überholen. Da dies nur mit erheblicher Beschleunigung geht, ist der Unfall umso schwerer. Ist diese Art der Verlangsamung des Verkehrs mit der Montage der umklappbaren (ungefährlichen?) Leitpfosten beabsichtigt? (Fast-) Stillstand ist natürlich auch eine Art von Verkehrsberuhigung.

Einige Verkehrsteilnehmer scheinen meiner Meinung zu sein, dass die Ausgaben für Anschaffung und Aufstellung der Pfosten wohl doch nicht die erhoffte Wirkung zeigen. Ich vermisse übrigens die Wortmeldungen der Zeitgenossen, die immer dagegen sind. Vielleicht sind sie noch im Sommerurlaub. Rolf Bartels, Bad Bevensen

Das Aufstellen einer zusätzlichen Reihe von Leitpfosten zur Einengung der Fahrbahnbreite an der B 4 weckt Verwunderung. Haben bei der ursprünglichen Planung und Ausführung der Straßenbreite falsche Bedarfszahlen zum Verkehrsaufkommen zugrunde gelegen? Ist insofern mehr Fläche versiegelt worden als erforderlich, also unnütze Betonierung von Flächen und Verschwendung von Steuergeldern?

Die Einengung der nutzbaren Breite der Fahrbahn bewirkt jedenfalls eine Behinderung der Leichtigkeit des Verkehrs. Für eine Reglementierung der Fahrgeschwindigkeit sieht die Straßenverkehrsordnung kreisrunde, weiße Schilder vor, mit rotem Rand und schwarzen Ziffern. Eine öffentliche Verwaltung, die durch Bereiten von Hindernissen aktiv an Staubildung mitwirkt, dürfte ihrer Aufgabe nicht entsprechen. Es stellt sich die Frage nach einer funktionierenden Dienst- und Fachaufsicht.

Es entsteht die Vermutung, dass durch den Unmut der Verkehrsteilnehmer auf der B 4 ein Argument für die Dringlichkeit des Baus der A 39 geschaffen werden soll. Eine Autobahn würde in unsere Region Lärm, Luftverschmutzung, Bodenverunreinigung und auch Kriminalität bringen.

Als größtes Übel erscheint die Bodenversiegelung in gigantischem Umfang. Stürme, Hochwasser, Dürreperioden, Brände, Eisschmelze sind deutliche Warnungen der Natur an die Menschheit. Steigende Meeresspiegel reduzieren die nutzbaren Landflächen.

Wir können weniger anbauen und ernten, wenn das nutzbare Land kleiner wird. Nachdem bereits vielfach die Gewässer und Ozeane verseucht und ausgeplündert sind, werden nun auch noch Acker- und Weideflächen betoniert. Die Menschheit lernt nur durch Schläge – leider.

Schon Johann Wolfgang von Goethe hat festgestellt: „Die Natur versteht gar keinen Spaß, sie ist immer wahr, immer ernst, immer streng, sie hat immer recht und die Fehler und Irrtümer sind immer des Menschen.“ Gerhard Trümper, Uelzen

Wegen der vielen schweren Verkehrsunfälle auf der B 4 mussten die verantwortlichen Behördenvertreter handeln. Geschwindigkeitsbegrenzungen und Überholverbote waren die richtigen Maßnahmen. Der Aufbau von Leitpfosten auf dem Randstreifen ist ein teurer und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr.

Die Hoffnung, dass sich die Pfosten nach dem Umfahren oder dem Überrollen mit den Reifen wieder aufrichten, war unrealistisch. Für dieses teure Experiment hätte man besser eine Fahrbahnmarkierung für eine 2-plus-1-Verkehrsführung aufbringen sollen. Ich vermute, dass die verantwortlichen Experten eine ganz andere Motivation haben. Die Mehrheit der Bevölkerung ist für den Ausbau der A 39. Um die Befürworterzahl zu erhöhen, muss man nur den Verkehrfluss auf der B 4 massiv behindern. Das wird zum Beispiel erreicht, wenn der verärgerte Autofahrer über mehrere Kilometer hinter Erntemaschinen, Baufahrzeugen oder Treckern lange hinterher tuckern muss.

Hoffentlich überholen nicht verzweifelte Autofahrer in gefährlichen Situationen, sodass es zu schweren Unfällen kommt. Die Leitpfosten müssen weg. Helmut Sorge, Uelzen

Leserbriefe geben die Meinung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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