Der Leser hat das Wort

Leserbrief: „Die Natur wird es danken“

Man sollte alles versuchen, um die beschädigten Eichen am Holdenstedter Hof noch zu retten und Ruhe bewahren, schreibt Dieter Schwutke.
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Man sollte alles versuchen, um die beschädigten Eichen am Holdenstedter Hof noch zu retten und Ruhe bewahren, schreibt Dieter Schwutke.

Zum Artikel „Zehn Holdenstedter Eichen ruiniert“ (AZ vom 3. November) schreibt dieser Leser:.

Erhaltenswerter Baumbestand in Holdenstedt trifft auf Theorie und Praxis. Man darf noch darauf hoffen, dass sich die Wogen zwischen Politik, Verwaltung und Auftraggebern, im Übrigen steuerzahlende und arbeitsplatzbeschaffende Bürger, kurz vorm Beginn der besinnlichen Weihnachtszeit wieder glätten.

Was ist passiert? Grundstückseigentümer reagieren auf die Aufforderung der Verwaltung und lassen eine Fachfirma den Wildwuchs auf einer privaten Parkplatzfläche zurückschneiden. Hierbei kommt es zu einem Ausführungsfehler.

Die Grundstückseigentümer sagen umgehend zu, den entstandenen Schaden „wieder gutzumachen“. Nun verlangen die Behörden, aufgrund der Aussage eines Sachverständigen, dass zehn Eichen gefällt werden müssen, da die entstandenen Schäden nicht zu tolerieren seien. Der Hinweis auf den nahegelegenen Spielplatz ist irreführend, ist dieser doch nicht einmal angrenzend.

Man droht gar mit Bußgeldern, dabei ist hier mitnichten vorsätzlich gehandelt worden. Für das Ortsbild wäre es wünschenswert, wenn gemeinsame Anstrengungen unternommen werden würden, um diesen alten wertvollen Eichen, trotz entstandener Verletzung, eine Chance zum Weiterzuwachsen zu gewähren. Erforderlich wäre ein Rückschnitt durch Fachleute, die ihr Handwerk verstehen, die Entfernung des Schotters, das Aufbringen von angereichertem Waldboden auf die freigelegten Wurzeln, allgemein erstmal Ruhe zu bewahren und zwei Jahre ins Land ziehen zu lassen.

Am Kreisel Ortseingang in Richtung Uelzen hat man einen schönen Baum entnommen und an einen neuen Ort verpflanzt – für mich unverständlich. Am alten Niendorfer Weg/Uhlenring wurden rund zehn Bäume auf die andere Seite umgepflanzt. Das zeigt: Es geht Vieles!

Mit etwas Glück und guten Willen könnten auch die „Holdenstedter Hof-Eichen“ noch 100 Jahre wachsen! Der Dichter Eugen Roth hat es treffend formuliert: „Zu fällen einen schönen Baum, braucht‘s eine halbe Stunde kaum. Zu wachsen, bis man ihn bewundert, braucht er, bedenk es, ein Jahrhundert!“

In Holdenstedt gibt es in diesem Jahr die sogenannte „Teichwette“. Mein Vorschlag: Vielleicht erweitern wir dies um die „Baumwette“? Lieber Ortsrat, nachdem ich mich aus der Politik zurückgezogen habe, bleibt mir nur die Bitte an Euch: Nehmt es in die Hand! Der Ort und die Natur werden es danken.

Dieter Schwutke

Holdenstedt

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