„Lösung: Sofortiger Rückbau“

Leserbrief zu den Leitpfosten auf der B4

Die gesetzten Begrenzungspfosten sind ein verkehrsplanerischer Schildbürgerstreich und werden zu mehr riskanten Überholmanövern führen, als sie zu unterbinden, meint Leserin Martina Neumann.
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Die gesetzten Begrenzungspfosten sind ein verkehrsplanerischer Schildbürgerstreich und werden zu mehr riskanten Überholmanövern führen, als sie zu unterbinden, meint Leserin Martina Neumann.

Zu den Leitpfosten an der B 4 erreichte uns diese weitere Zuschrift:

Ein verkehrsplanerischer Schildbürgerstreich: Todesfalle statt Verkehrssicherheit. Das klingt nach einem „Bild“-Titel, ist auf der B4 nun jedoch traurige Realität geworden. Über diese Bundesstraße gab es in der Vergangenheit wenig Positives zu vermelden: Ein viel zu hohes Verkehrsaufkommen aufgrund des fehlenden Lückenschlusses der A39. Viele Berufspendler, viel Schwerverkehr, hohe Unfall- und Todeszahlen. Dann ein Licht am Horizont: Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 km/h während der Hauptverkehrszeiten, zurückgehende Unfallzahlen. „Weiter so!“, wollte man den Verantwortlichen zurufen. Und nun gern noch eine Erweiterung der Streckenabschnitte mit doppelter Richtungsspur zum gefahrreduzierten Überholen, mehr mobile und feste Blitzanlagen, auch mal öffentlichkeitswirksame Polizeikontrollen. Aber nein.

Auf mehreren Abschnitten wurden nun beidseitig Begrenzungspfähle aufgestellt und die zuvor als Pannen- und Ausweichstreifen genutzten Standstreifen sind nicht mehr nutzbar – oder sollen hier neue Fernradwege entstehen? Brummis und landwirtschaftliche Fahrzeuge können nicht mehr rechtsversetzt den nachfolgenden Pkw Überholmöglichkeiten bieten, kilometerlange Staus sind die Folge. Ein Ausweichen nach rechts bei überholendem Gegenverkehr, der, wie so oft, die eigene und die fremde Geschwindigkeit falsch einschätzt: Nicht mehr möglich. Und wie, bitte schön, sollen künftig noch Rettungsgassen gebildet werden? Liebe Verkehrsplaner, habt Ihr wirklich geglaubt, die unverbesserlichen Raser und Dauer-Überholer mit dieser unsäglichen Maßnahme disziplinieren zu können?

Da wart Ihr wohl, um im Jargon zu bleiben, komplett neben der Spur. Durch die deutlich erhöhten Rückstaus wird es künftig noch mehr Anlässe für riskante Überholmanöver geben. Und dies ohne Ausweichmöglichkeit für den Gegenverkehr. Eingepfercht zwischen Begrenzungspfählen, gleich in doppelter Reihe. Eine tödliche Falle. Es gibt nur eine einzige Lösung für dieses Debakel: den sofortigen Rückbau der Leitpfosten und Rückkehr zum gesunden Menschenverstand – bevor es das erste Unfallopfer zu beklagen gibt. Martina Neumann, Ebstorf

Leserbriefe geben die Meinung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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