Drei AZ-Leser kritisieren sehr deutlich, dass Müllfahrzeuge nicht mehr rückwärts in Sackgassen fahren dürfen

Leserbriefe: „Wohl zu pragmatisch gedacht“

Drei AZ-Leser kritisieren sehr deutlich, dass Müllfahrzeuge nicht mehr rückwärts in Sackgassen fahren dürfen. Sie alle fordern mehr Pragmatismus.
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Drei AZ-Leser kritisieren sehr deutlich, dass Müllfahrzeuge nicht mehr rückwärts in Sackgassen fahren dürfen. Sie alle fordern mehr Pragmatismus.

Zum Artikel „Belastungsprobe für ältere Bürger“ (AZ vom 20. Juli) haben die Redaktion diese drei Leserbriefe erreicht:

Es klingt wie eine Anordnung aus Schilda direkt von Sankt Bürokratiens: Müllfahrzeuge dürfen aus Sicherheitsgründen nicht mehr rückwärts fahren. Stattdessen sollen die Abfallbehälter von den Hausbewohnern zur nächsten Straße gebracht werden – bei Wind und Wetter und zeitweise drei Tonnen gleichzeitig... Hat da mal jemand drüber nachgedacht?

Es geht um das Thema Sicherheit? Da gäbe es doch eine einfache Lösung: Ein Müllfahrzeug im Einsatz ist immer mit mindestens zwei Personen unterwegs – dem Fahrer und einer Person, die die Tonnen entleert. Es wäre also absolut kein Problem, diese zweite Person als Einweiser zum Rückwärtsfahren einzusetzen. Damit dürfte es eigentlich keine Sicherheitsbedenken geben... aber das ist wohl zu pragmatisch gedacht. Vermutlich bedarf es von Amts wegen für eine solche Person einer zertifizierten Fortbildung als „Einweiser für rückwärtsfahrende Abfallfahrzeuge“ und eine zweite Person, die die erste kontrolliert – und das wird dann wieder zu teuer...

Hier geht es wohl eher frei nach dem Motto „Wir schaffen mal eben Probleme, wo es vorher noch keine gab!“ Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sicherheitsaspekte in anderen Landkreisen nicht auch für wichtig erachtet werden, ohne dass man zum „Uelzener Ergebnis“ kommt. Peter Otto, Ebstorf

Die „Nichtabfuhr“ von Mülltonnen aus diversen Sackgassen in den Gemeinden Bevensen-Ebstorf und Bienenbüttel macht mich mehr als nachdenklich.

Ich wohne seit 49 Jahren in Bad Bodenteich in einer Sackgasse. Seit dieser Zeit sind die verschiedenen Müllentsorgungsfahrzeuge ausschließlich rückwärts in unsere Straße Kiebitzberg gefahren. Es gab bisher weder Probleme mit abgestellten Fahrzeugen oder mit Personen auf der Fahrbahn. Das Müllfahrzeug – wenn es denn in die Straße einfährt – ist gut zu sehen, da es sich um eine ganz gerade Stichstraße handelt und außerdem auch aufgrund des „Piep-Tons“ gut zu hören!

Wie ist es möglich, dass im öffentlichen Straßenverkehr zugelassen wird, dass Lkw – teilweise mit Anhänger! – beim Anfahren zur Versorgung des Edeka-Marktes in Bad Bodenteich rückwärtsfahrend zwei Gehwege und eine Landesstraße in der Nähe des Bahnübergangs und eines Fußgängerüberweges kreuzen dürfen? Und dies alles ohne Einweiser oder Ampelschaltung!

Ich frage mich: Wann müssen alle Einwohner der Orte im Landkreis die Müllbehälter an die Ortsgrenze auf einen Sammelplatz bringen, damit von dort eine gefahrlose Entsorgung erfolgt? Bei jeder Fahrt eines Müllentsorgungsfahrzeuges gibt es im Straßenverkehr infolge ungeduldiger Verkehrsteilnehmer immer wieder brenzlige Situationen. Was sollten wir alle daraus mitnehmen: Vorsicht und Achtsamkeit in möglichst jeder Situation kann Unfälle vermeiden, aber nicht ein über 100 Meter langer Transportweg der Mülltonnen durch immer ältere Menschen! Günther Kirschke, Bad Bodenteich

Jetzt kommt wieder Leben in die Sache. Nach und nach, wie die einzelnen Ortschaften und Stadtteile betroffen sind, kommt auch weitere Kritik von den Betroffenen.

Enttäuscht bin ich darüber, dass sich bis heute kein Kommunalpolitiker und keine Partei der Sache angenommen hat. Wo bleibt denn die Solidarität und Hilfe? Selbst unsere Kanzlerin erinnert jeden Tag daran, dass Entgegenkommen und Hilfe an erster Stelle stehen sollen.

Von der Abfallwirtschaft selbst wird keine Reaktion kommen. Dort fehlt die menschliche Nähe, speziell zu älteren Mitbürgern. Diese Herrschaften wissen vielleicht gar nicht, wie eine Mülltonne bewegt wird, da andere dafür sorgen.

Aufgeben in dieser Angelegenheit wäre aus meiner Sicht der falsche Weg. Beharrlichkeit kann auch zum Erfolg führen. Hans Vetter, Bad Bevensen

Leserbriefe geben die Meinung des Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

(Anmerkung der Redaktion: Die Probleme waren schon Thema im Betriebsausschuss des Kreises.)

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