Leserbrief: „Wichtig ist Solidarität“

„Ich kann in dieser Maßnahme keinen Sinn erkennen“, schreibt AZ-Leser Eckart Warnecke zu den aktuell erneut geschlossenen Restaurants in Deutschland.
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„Ich kann in dieser Maßnahme keinen Sinn erkennen“, schreibt AZ-Leser Eckart Warnecke zu den aktuell erneut geschlossenen Restaurants in Deutschland.

Zu den AZ-Leserbriefen „Die Gefahr ist in der Raumluft“, erschienen am 11. November, und „Es herrscht Chaos“, erschienen am 12. November, schreibt dieser Leser:

Als Gesellschaft durchlebt unser Land seit Jahren immer krisenhaftere Zeiten. Finanzkrise, Flüchtlingskrise, Klimakrise und jetzt die allumfängliche Corona-Krise. Was das mit den Menschen macht, ist mehr und mehr erkennbar. Verunsicherung und Ängste nehmen zu, wobei sich eine bipolare Tendenz in meiner Praxis beobachten lässt: auf der einen Seite stehen diejenigen, die sich in erschreckendem Ausmaß aus dem sozialen Alltag depressiv zurückziehen, auf der anderen Seite gibt es die Aufgewühlten, die aktiv werden, denunzieren oder zu Aggressionen neigen. Beides sind ungute Extreme.

Aus diesem Grunde habe ich mich über den Leserbrief von Dr. Kufahl gefreut, der endlich einmal auf die Möglichkeiten der Raumluftreinigung durch Geräte zur Luftfilterung hingewiesen hat. Ich frage mich, warum nicht schon viel länger in genau diese Richtung gehandelt wurde. Nun gut, sie sind nicht ganz billig, aber sind nicht die Folgen eines Lockdowns um ein Vielfaches höher, als dies bei der Anschaffung von Luftreinigungsgeräten sein würde? Warum besitzt nicht schon jede Schulklasse ein derartiges Gerät? Das Gerät, das ich mir für meine Praxis bestellt habe, filtert innerhalb kurzer Zeit wissenschaftlich bestätigt 99,99 Prozent aller Viren und Keime aus der Luft heraus. Sollten es uns die Kinder nicht wert sein, hierfür Geld auszugeben. Stattdessen sitzen sie in kühlen Klassenzimmern, wobei die Gefahr einer Ansteckung trotz vielfachen Lüftens nicht vollends gebannt ist.

Auch für Kliniken, Behörden, Geschäfte, Fitness-Center sowie Alten- und Pflegeheime würde sich eine derartige Anschaffung in meinen Augen recht schnell „lohnen“, weil dies ein viel entspannteres Arbeiten und Zusammenleben zulassen würde.

Weiterhin möchte ich Dr. Feiler zustimmen, wenn er in seinem Leserbrief betont, es sei bezüglich der angeordneten Maßnahmen eine Grenze überschritten. Es widerspräche jeder demokratischen Rechtsstaatlichkeit, Grundrechte auf Dauer per Verordnung einzuschränken und diese mit Gewalt und ohne demokratische, parlamentarische Legitimation durchzusetzen. Und genau darauf hat der HNO-Arzt Schiffmann vor etwa 150 Anwesenden bei seiner Stippvisite in Uelzen neulich hingewiesen. ... Die Anwesenden waren, soweit ich weiß, keine „Corona-Gegner“, sondern Menschen, die den Maßnahmen der Regierung ein Stück weit skeptisch gegenüber stehen.

Und dass es sehr viele Menschen gibt, die ähnlich denken, sieht man ja allein daran, wenn man sich mal die Meinung zu den erneuten Schließungen der Gaststätten anhört. Da hatten sie im Frühjahr über zehn Wochen zumachen müssen, haben zum Teil enorm in Hygiene investiert, konnten dann den Betrieb nur auf sparsamerer Flamme betreiben und werden jetzt wieder zum Schließen verordnet. Ich jedenfalls kann in dieser Maßnahme ehrlich gesagt keinen Sinn erkennen.

Trotz allem hoffe ich, dass sich unsere Gesellschaft bewusst macht, wie wichtig Solidarität und Zusammenhalt sind, um sich nicht weiter zu spalten und einzelne Teile gegeneinander auszuspielen. Wir gehören alle zur gleichen Menschenfamilie und haben alle das Recht auf Würde, Unverletztbarkeit, Achtung wie auch Toleranz. Eckart Warnecke, Uelzen.

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