Leserbrief: „Uelzen geht nicht pfleglich mit Großgrün um“

Burkhard Rothe, ehemaliger Fachbereichsleiter Straßen, Umwelt und Grünflächen der Hansestadt, führt dieses Bild aus seinem persönlichen Archiv vom kleinen Kreisverkehrsplatz Esterholzer Straße/Eschenkamp als positives Beispiel für gelungene Bepflanzung an.
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Burkhard Rothe, ehemaliger Fachbereichsleiter Straßen, Umwelt und Grünflächen der Hansestadt, führt dieses Bild aus seinem persönlichen Archiv vom kleinen Kreisverkehrsplatz Esterholzer Straße/Eschenkamp als positives Beispiel für gelungene Bepflanzung an.

Auf den Artikel „Tristesse am ,Südeingang‘ der Hansestadt“ (AZ-Ausgabe vom 26. Oktober) reagiert dieser Leser mit seiner Zuschrift:

Ja, Herr Lipinski hat recht. Es ist eine Schande! Ich bin erschüttert, wie einstig schön gestaltete „Uelzen Willkommens-Grüße“, die Kreisverkehrsplätze am Ortseingang in der Esterholzer Straße, vernachlässigt wurden.

Hier wurde die gute Idee einer Unterhaltungskosten-Einsparung durch Vergabe von Patenschaften an Uelzener Fachfirmen völlig verfehlt. Vielleicht sollte die Stadt bei Nichterledigung der übernommenen Verpflichtungen eines Paten ein „Werbeschild“ anbringen mit dem Hinweis: „Hier pflegte die Fachfirma .... trotz Übernahme einer Patenschaft nicht!“ Alle anderen Paten gaben sich dagegen sehr viel Mühe bei der Erfüllung der übernommenen Aufgabe.

Die Aussage der Stadtsprecherin, dass die einst vorhandene Bepflanzung, einschließlich des Baumes eingegangen sei, ist nicht nachvollziehbar. „Der Kreisverkehr wurde daraufhin komplett abgeräumt und neu überplant. Die Umgestaltung ist noch nicht abschließend abgestimmt.“ Wie viele Jahre soll diese Abstimmung und Neubepflanzung eigentlich noch dauern?

Die Bepflanzung ist nicht eingegangen! Sie wurde von der Paten-Fachfirma durch Nichtunterhaltung vernachlässigt. Einen Baum kann man nachpflanzen. Die rotblättrige Hecke zur Durchsichtverhinderung war intakt und hätte nur mal geschnitten werden müssen. Die vorhandene Rosenbepflanzung wurde nicht gepflegt.

Hat dieser unzuverlässige Pate auch die Verantwortung für den Eschenkamp-Kreisel?

Zu Beginn der Verwirklichung der „Kleinen Verkehrsplätze“ gab es schon damals im Jahre 2000 eine eingehende Diskussion über die Ausgestaltung der bepflanzten Kreisel-Mittelinseln. Es sollten aus Unterhaltungsgründen flache Rasen- oder Heide-flächen angelegt werden. Damaliges überspitztes Argument: „Warum nicht gleich betonieren und grün anstreichen?“ Hierbei wäre jedoch bei einer flachen Ausbildung und Bepflanzung die verkehrstechnisch notwendige Durchblick-Verhinderung durch Überhöhung der Fläche und vertikale Bepflanzung nicht erfüllt worden.

Ein weiterer Wermutstropfen: Auch die wunderschöne Mittelplatzbepflanzung des Johnsburg-Kreisels sieht inzwischen leider vernachlässigt aus: fehlende Mutterbodenabdeckung, die Beton-Rückenstützen der Bordsteine liegen bereits frei. Eine der herrlichen Sumpfeichen wurde unverständlicher Weise gefällt.

Uelzen geht zur Zeit nicht pfleglich mit seinem so umwelt-notwendigen Großgrün in der Stadt um. Ja, es fällt nicht leicht, die Vernachlässigung/Zerstörung unserer damaligen umgesetzten Gestaltungs-Ideen mitanzusehen. Burkhard Rothe, Uelzen

Leserbriefe geben immer die Meinung des Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen jederzeit vor.

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