Schullandschaft der SG Aue vor dem Umbruch

Zum Leserbrief in der AZ vom 20.11.2012 Schullandschaft in der Samtgemeinde Aue vor dem Umbruch

Zum wiederholten Male wird über Schulschließungen in der Samtgemeinde Aue hinter verschlossenen Türen im Samtgemeindeausschuss diskutiert. Da stellt sich die Frage ob die tatsächlich Betroffenen öffentlich an einem Entscheidungsprozess beteiligt werden sollen, oder seitens der Verwaltung der Souverän der Kommune einfach ignoriert wird. Hält man die Bürgerinnen und Bürger der Mitgliedsgemeinden für so gefährlich das dieses Thema nicht öffentlich behandelt werden kann? Wenn eine Sitzung des Samtgemeindeausschusses am 19.11.2012 am späten Nachmittag unter Ausschluss der Öffentlichkeit und Pressevertreter beginnt und kein 12 Stunden später ein solch konkreter Beitrag auf Seite 1 und 7 der Allgemeinen Zeitung mit zum Teil nicht richtig wiedergegebenen Tatsachen dazu veröffentlicht wird, hat das Ganze eine sehr fahlen Beigeschmack von Meinungsmache aus Richtung der Entscheidungsträger.

In der Bildunterschrift heißt es, dass die Schülerzahlen stetig sinken. Die prognostizierten Schülerzahlen sind für den Schulstandort Lüder in den nächsten Jahren konstant. Der Artikel enthält einen Hinweis auf die Arbeit des Schulausschusses in der Samtgemeinde Aue. Nach meinem Kenntnisstand hat sich der Schulausschuss bisher noch nicht konkret mit dem Thema Schulschließungen befasst. Um es nochmals deutlich zumachen sollte hier erwähnt werden das seitens der Landesschulbehörde die Schulschließungen nicht vorangetrieben werden, sondern einzig und allein durch die Samtgemeinde Aue als Schulträger, um sich der Schulen als finanzielles Problem zu entledigen. Im Zukunftsvertrag der SG Aue zur Entschuldungshilfe des Landes Niedersachsen wurde ein Einsparpotenzial von 125.000€ unter einer Rubrik Feuerwehr „und“ Grundschulen festgeschrieben. Die jährlichen Kosten der beiden Schulstandorte Soltendieck und Lüder belaufen sich in der Summe jährlich auf ca. 125.000€. Man möge sich jetzt Gedanken machen was dort in der sogenannten Giftliste zum Zukunftsvertrag ohne jegliche Bürgerbeteiligung festgeschrieben wurde. Falls in diesem Absatz etwas falsch wiedergegeben seien sollte, ist das der mangelnden Beteiligung der Öffentlichkeit geschuldet.

Hier wird wiederholt der Fehler begangen für kurzfristige Einsparungen Standortvorteilen und längerfristigen Nutzen für die Kommune und der Gemeinschaft zu opfern. Bildung ist schließlich der einzige Rohstoff der fortwährend produziert werden kann, um unsere Gesellschaft zukunftsfähig zu halten. Wenn es sich wirklich um eine objektive Sparmaßnahme handeln sollte, sind natürlich die tatsächlichen Pro Kopf-Kosten für einen Schulplatz zu berechnen. Ebenso ist in diese Kalkulation dann der Veräußerungswert der Schulstandorte zu berücksichtigen. Ich bin mir sicher, dass sich Grundstücke und Immobilien in den größeren Orten viel besser gewinnbringend veräußern lassen.

Zum Thema des pädagogischen Wertes von Grundschulen hat sich ja er Samtgemeindebürgermeister sehr kritisch geäußert. Leider ist nicht zu erkennen mit welcher pädagogischen Vorbildung er zu dieser Auffassung gekommen ist. Ich würde für dieses Thema einfach die Ergebnisse der vorangegangenen Schulinspektionen des Landes Niedersachsen in der ehemaligen Samtgemeinde Bodenteich zur Hilfe nehmen. Noch besser wäre es diese zur objektiven Beurteilung zu veröffentlichen, denn dann wird ersichtlich was kleine Dorfschulen tatsächlich an pädagogischer Leistungsfähigkeit generieren. Ganz besonders sollte dabei auf die soziale Komponente geachtet werden, denn soweit ich weiß gibt es soziale Brennpunkte meist in größeren Schulen. Jeder Ältere kann sich sicherlich noch an Klassenstärken von über 30 Schülern erinnern und weiß somit nur zu gut was kleine Klassenverbände für die schulische Erziehung bedeuten. Leider ist auch nicht klar geworden welcher Vorteil in der Ein- oder Zweizügigkeit bestehen soll. Ist es wirklich so einfach zu behaupten die Schule wäre dann besser. Gemäß der Schülerprognosezahlen werden ja in den nächsten Jahren besonders an den größeren Schulstandorten die Schülerzahlen rapide sinken. Ist es dann für die Zukunftsfähigkeit nicht schlauer die kleinen Standorte zu erhalten, um sich der größeren Schulstandorte mit höherem finanziellem Aufwand zu entledigen? Denn dann könnte wirklich Geld gespart werden. Aber das Sparen in unserer Gesellschaft wurde schon immer in allen Bereichen auf Kosten der Kleinen umgesetzt.

Heinrich Gade

Förderverein Auetalschule Lüder Für den Vorstand

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