Über die Sorgen der Landwirtschaft

Leserbrief: „Woher kommen Lebensmittel?“

Ohne die Landwirtschaft in Deutschland wären leere Klopapierregale in Krisenzeiten die geringste Sorge, schreibt Dagmar Mennerich. Foto: dpa
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Ohne die Landwirtschaft in Deutschland wären leere Klopapierregale in Krisenzeiten die geringste Sorge, schreibt Dagmar Mennerich.

Zum Leserbrief „Mein Umut und meine Angst“ (AZ vom 16. Februar) und den dort geschilderten Sorgen eines Landwirts:

Um die Vatergeneration „Kein Bock“ mache ich mir keine Sorgen, die sind aus einem Holz, die sie die letzten Jahre noch gut durchhalten lassen. Besorgt bin ich über die Perspektiven der Nachfolger, die in den nächsten Jahren die Leitung der landwitschaftlichen Betriebe übernehmen wollen.

Was passiert, wenn diese Generation, wegen des enormen Arbeitsaufwandes, der niedrigen Preise, der Gängelei durch immer neue Verordnungen und die gesellschaftliche Ausgrenzung unseres Berufsstandes „keinen Bock“ mehr haben und die Betriebe nicht übernehmen? Woher kommen dann unsere Lebensmittel?

Viele werden sagen, es gibt doch genug in der Welt, dann importieren wir eben mehr. Wollen wir das? Lebensmittel aus Brasilien, wo dann noch mehr Urwald urbar gemacht wird, aus China, wo keiner weiß, was da alles auf die Nahrungsmittel kommt. Oder aus der Wüste, wo die Wasserressourcen noch stärker in Mitleidenschaft gezogen werden. Von den Klimaauswirkungen durch Öko-Bilanz und CO2-Ausstoß ganz zu schweigen.

Ich kann mir auch nicht denken, dass eine Abhängigkeit in der Lebensmittelerzeugung von Nicht-EU-Staaten eine gute Idee ist. Mir ist der Mangel an medizinischer Grundausstattung zu Beginn der Corona-Pandemie noch gut in Erinnerung.

Bei einer Lebensmittelabhängigkeit in Krisenzeiten sind leere Klopapierregale im Supermarkt dann sicher unser kleinstes Problem. Darüber sollten wir mal nachdenken. Dagmar Mennerich, Klein Thondorf

Leserbriefe geben die Meinung des Verfassers wieder. Dir Redaktion behält sich hierbei Kürzungen vor.

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