„Ist dieser Rückschluss legitim?“

Leserbrief über das Insektensterben

Den Landwirten die alleinige Schuld am Insektensterben zu geben, vernachlässigt andere Ursachen.
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Den Landwirten die alleinige Schuld am Insektensterben zu geben, vernachlässigt andere Ursachen.

Zum Artikel „Das stille Sterben der Insekten“ (AZ vom 17. Februar).

Was mich als Landwirt stört, ist die Tatsache, dass man mit der Feststellung dieses Rückgangs sofort den Hauptschuldigen festgestellt hat: die konventionelle Landwirtschaft mit dem Einsatz von Pestiziden. Ist dieser Rückschluss so legitim? Sollte man nicht gleichzeitig Untersuchungen anstellen, um die Ursachen für diesen Rückgang zu lokalisieren? Es stellen sich Fragen:

Die Krefelder Studien wurden in Naturschutzgebieten weitab von landwirtschaftlichen Nutzflächen gemacht – wie können landwirtschaftliche Praktiken dann Hauptverursacher sein?

Elektrosmog und Datenfunk haben in den letzten Jahren massiv zugenommen. Warum gibt es keine Untersuchungen, welche Auswirkungen dies auf die empfindlichen Insekten hat? Welche Auswirkungen haben Hitze und Trockenheit im Sommer? Sind Temperaturen von 15 Grad im Februar förderlich für die Insektenwelt?

Momentan erlebe ich als Landwirt die massive Einschränkung der zugelassenen Pflanzenschutzmittel. Klar, ich könnte auch Bioanbau machen. Allerdings würde ich dann 25 Prozent weniger ernten. Wäre dies bei steigender Weltbevölkerung sinnvoll?

Weitere Verbote der hier zugelassenen Pflanzenschutzmittel wären meines Erachtens kontraproduktiv. Stattdessen brauchen wir die Aktivitäten von vielen Landwirten, um wieder als „Umweltpraktiker“ wahrgenommen zu werden. Im Idealfall, indem man als Landwirt Verbindung schafft – auch zu Personen wie Herrn Schulte. Hinrich Niemann, Wichtenbeck

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