Zum Schulsystem im Landkreis

Leserbrief: IGS – „eine attraktive Alternative“

An einer IGS seien alle Bildungsgänge zu finden, die Schüler könnten in Ruhe im gewohnten Umfeld entscheiden, welchen Abschluss sie machen wollen, sagt Sigrid Salomo.
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An einer IGS seien alle Bildungsgänge zu finden, die Schüler könnten in Ruhe im gewohnten Umfeld entscheiden, welchen Abschluss sie machen wollen, sagt Sigrid Salomo.

Zur Entscheidung der Kreispolitik, das Schulsystem im Landkreis zunächst unberührt zu lassen, sowie als Reaktion auf einen Leserbrief von Karl Jongeling („Oberschule ist keine Sackgasse“) erreichte die Redaktion diese Zuschrift:

Jawohl, Uelzen bleibt sieben Jahre lang beim Althergebrachten, früher war doch alles besser! Herr Jongeling, ich gebe Ihnen Recht mit ihrer Äußerung, dass es in der schulischen Bildung doch nicht vorrangig nur um das Abitur gehen sollte. Bei der Einrichtung einer IGS geht es ja eben vielmehr darum, eine Schule in Uelzen zu installieren, die alle Bildungsgänge enthält, in der alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam lernen können und in Ruhe im gewohnten Umfeld entscheiden können, welchen Schulabschluss sie machen wollen.

Seit mehr als 40 Jahren ist die IGS eine attraktive Alternative zu allen Schulformen des gegliederten Schulsystems, erkennbar an der großen Zahl der Gründungen, besonders seit 2008 und der anhaltend hohen Anwahl der bestehenden Gesamtschulen (siehe KGS in Bad Bevensen, die nicht so viele Schülerinnen und Schüler aufnehmen kann, wie sich bewerben). Ich habe von Anfang bis Ende in der OS in Uelzen unterrichtet, einer Schulform, bei der die Schülerinnen und Schüler auch bis zum Wechsel gemeinsam lernen durften.

Es war für mich eine sehr effektive, interessante und bildungsmäßig erfolgreiche Schulform. Soweit ich weiß, haben Sie, Herr Jongeling, auch sehr engagiert eine ganze Weile in dieser Schulform gearbeitet. Und jetzt reden Sie davon, dass mit der Errichtung einer IGS, die gerade dieses pädagogische Konzept verwirklicht, „die Bildungsnation Deutschland noch weiter an die Wand gefahren wird“ (J. Kraus, ehemaliger Leiter eines Gymnasiums). Also das verstehe, wer will!

Was kritisieren Sie denn nun an dem pädagogischen Konzept der Gesamtschule? Das Niveau einer gymnasialen Oberstufe einer IGS kann es nicht sein, da es in Niedersachsen einheitliche Prüfungsanforderungen für das Abitur gibt; wohl auch nicht, dass man an einer IGS jeden Schulabschluss erreichen kann, ohne die Schule wechseln zu müssen. Meinen Sie wirklich, Eltern würden ihre Kinder nur darum an der IGS anmelden, weil sie glauben, dass sie am traditionellen Gymnasium das Abitur nicht schaffen, wie Sie indirekt in Ihrem Brief behaupten?

Das kann es ja dann auch nicht sein. Was ist es nun also ihrer Meinung nach? Sigrid Salomo, Uelzen

Leserbriefe geben die Meinung des Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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