IHK meldet sich zu Wort

Leserbrief: „Die A 39 – ein Dinosaurier“ – Kreisgrüne fordern Planungsstop

Mit dem Lückenschluss würde auf der A 39 der Verkehr zwischen Lüneburg und Wolfsburg rollen. AZ-Leser Ulrich Schulte meint, mit dem Bau sollte nicht begonnen werden.
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Mit dem Lückenschluss würde auf der A 39 der Verkehr zwischen Lüneburg und Wolfsburg rollen. AZ-Leser Ulrich Schulte meint, mit dem Bau sollte nicht begonnen werden.

Grüne aus dem Landkreis forderten zuletzt einen Planungsstopp zur A 39. Die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg reagierte, indem sie erklärte, warum die Autobahn für die Region wichtig sei. Jetzt schreibt ein Leser:

Immer wieder versuchen Vertreter der IHK mantra-artig die A 39 medial wiederzubeleben. Doch Autobahn-Neubauten sind aus der Zeit gefallen. In den 60er- und 70er-Jahren freuten sich die Menschen noch über Autobahnanschlüsse. Doch heute im Zeichen der Klimakrise, ist vielen klar geworden, welche zerstörerische Wirkung eine Autobahn-Neubautrasse hat.

Diese zerstörerische Wirkung hat der Landkreis Uelzen nicht verdient. In den letzten Jahren hat der Landkreis klug in die Zukunft investiert, indem er für den gesamten Landkreis ein kommunales Glasfasernetz für schnelles Internet errichtet hat. Damit hat sich der Landkreis einen Wettbewerbsvorteil erarbeitet, den die zerstörerische A 39 nie erbringen kann.

Glasfasernetz im gesamten Landkreis, zwei renommierte Hochschulen im Umkreis, eine gute Bahnanbindung an die norddeutschen Metropolen und bis vor kurzem auch eine gute Bahn-Anbindung in die Bundeshauptstadt Berlin sind Standortvorteile, die für junge innovative Firmen attraktiv sein können.

Gerade jetzt ist der Trend wieder: zurück aufs Land, da die Mieten in den Metropolen unerschwinglich sind. Diese jungen Menschen sind gut ausgebildet, haben häufig gute, nachhaltige Ideen, die die Region in Zusammenarbeit mit den Hochschulen voranbringen können. Autobahn-Neubauten sind Dinosaurier des letzten Jahrhunderts. Wir können es uns nicht mehr leisten, diese zerstörerische Kraft und Ressourcenverschwendung weiter fortzuführen.

Der Erdüberlastungstag ist ein Parameter, der anzeigt, dass wir jetzt schon massiv auf Kosten unserer Kinder und Enkelkinder leben. Der Erdüberlastungstag 2019 war bereits am 3. Mai für Deutschland fällig. Das bedeutet: Vom 3. Mai bis zum 31. Dezember haben wir auf Kosten der nachfolgenden Generationen und anderen Menschen in anderen Ländern gelebt. Wenn Vertreter der IHK meinen, dass sie einfach weitermachen können wie bisher, ohne die Veränderung der Welt wahrzunehmen, dann handeln sie verantwortungslos. Ulrich Schulte, Altenmedingen

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