Über den Krippenneubau in Suderburg

Leserbrief: „Fachkompetenz ignoriert“

Auf dieser Fläche zwischen dem Krippengebäude (links) und der alten Schule (rechts) in Suderburg soll der Krippenneubau errichtet werden.
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Auf dieser Fläche zwischen dem Krippengebäude (links) und der alten Schule (rechts) in Suderburg soll der Krippenneubau errichtet werden.

Auf die AZ-Berichterstattung zum Krippenneubau in Suderburg („Noch fehlen 20 Zentimeter für den Neubau“/30. März) reagiert dieser Leser:

Ein Trauerspiel. Schade. Chance vertan! Bei der Suderburger Gemeinderatssitzung am 24. März im Sporthaus Hösseringen dürfte es Gemeindedirektor Thomas Schulz eigentlich nicht entgangen sein – es sei denn, er wäre mit Blindheit geschlagen – dass an der Sitzung neben zahlreichen anderen interessierten Zuhörern auch die Leiterinnen des Kindergartens und der bereits bestehenden Kita teilnahmen.

Die beiden Damen waren sicherlich nicht nur gekommen, weil das Gelände zwischen der zur Zeit leerstehenden, bauhistorisch wertvollen alten Fachwerkschule am Gänsekamp unmittelbar an den bestehenden Kiga und die Kita grenzt, sondern weil sie interessiert waren, was die beiden Architekten aus Uelzens Büro Fischer Martens Behn zu dem Konzept einer weiteren Kita zu sagen und zu demonstrieren haben.

Da die beiden Damen in Sachen Kinderpädagogik in vielerlei Hinsicht praxiserfahren sind – was man weder wie selbstverständlich von einem Gemeindedirektor und parteipolitischen Ratsmitgliedern erwarten kann – hätte man vom Gemeindedirektor eigentlich erwarten können, dass er den beiden Damen während der Architekten-Frage-Antwort-Stunde Gelegenheit gibt, zu sagen, für welche der von den Architekten vorgestellte Bau- und Konzeptvariante sie eine Präferenz und noch offene Fragen haben. Aber nichts dergleichen. Das kam schon einer Desavouierung der beiden fachkompetenten Damen sehr nahe.

Zu Hans-Jürgen Drögemüllers Herummäkelei an dem Bürgerbegehren, die alte Schule nicht abzureißen und rhetorisch in Frage zu stellen, ob sie bauarchitektonisch und ortsbildprägend ein Schmuckstück und erhaltenswert sei, was er nicht unbedingt nachvollziehen könne, kann man achselzuckend nur sagen: Das Gefühl für Erhaltenswertes und Schönes ist ihm – außer bei seinen prächtigen und schönen Hähnen und Hühnern – offensichtlich verloren gegangen. Die werden zwar nicht wie manche in die Jahre kommende Gebäude abgerissen, dafür jedoch – so sie nicht eines natürlichen Todes sterben – abgeschlachtet. Borvin Wulf, Suderburg

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