Zur Schließung des Badue in Uelzen

Leserbrief: „Entscheidung überdenken“

AZ-Leserin Gabriela Otorowski hofft sehr, dass die Entscheidung zur Schließung des Badue noch einmal überdacht und dann rückgängig gemacht wird.
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AZ-Leserin Gabriela Otorowski hofft sehr, dass die Entscheidung zur Schließung des Badue noch einmal überdacht und dann rückgängig gemacht wird.

Zur coronabedingten, neuerlichen Schließung des Badue („Badue dicht – Therme offen“, AZ vom 23. Dezember) äußern sich diese Leser:

Und wieder einmal sind es die Kinder… Mit Kopfschütteln und Unverständnis las ich von der Ankündigung der Schließung des Badue ab dem 24. Dezember bis voraussichtlich zur Öffnung des Freibades im Mai. Ja, die pandemische Lage wird von vielen Epidemiologen als besorgniserregend dargestellt. Was da auf unsere Gesellschaft zukommt, wissen wir alle nicht. Wir können nur versuchen, uns soweit es irgend geht, zu schützen. Dazu gehört vor allem die Stärkung des Immunsystems – physisch und psychisch. Dem Sport kommt in diesem Zusammenhang eine maßgebliche Rolle zu.

Nur ein körperlich und mental gesunder Körper verfügt über eine intakte Immunabwehr, die wir derzeit dringender benötigen als jemals zuvor. Es ist Winter und die Möglichkeiten, sich draußen aufzuhalten, sind begrenzt. (...) Das Badue war da ein Segen – für Erwachsene und vor allem für die Kinder, die jetzt Ferien haben und sich dann gern dort aufhalten. Gerade die Kinder und Jugendlichen sind es, die während der vergangenen beiden Jahre erheblich gelitten haben. Bildung, Sport, soziale Kontakte waren nur eingeschränkt oder gar nicht möglich. (...) Die psychischen Folgen mangelnder Bewegung sind ein weiteres Problem, denn Sport ist wichtig für die seelische Gesundheit.

Viele Kinder werden zudem nicht schwimmen lernen. Auch das wird ein Problem der Zukunft sein. Einige Eltern setzen sich sicher ins Auto (Klimawandel!) und fahren nach Lüneburg, Gifhorn oder Celle, wo die Bäder bei deutlich höheren Inzidenzzahlen geöffnet haben. Aber die überwiegende Zahl der Kinder hat dieses Glück nicht, bleibt also zuhause und schaut fern, spielt am Computer und ist isoliert. Ist das wirklich gewollt? Ich kann das nicht glauben!

Mycity hat immer so viel für die Kinder und Jugendlichen dieser Stadt getan, da passt diese Entscheidung nicht in mein Bild. Hinzu kommt, dass die Vorkehrungen (2G, 3G oder gar 2G-plus) und auch die Maßnahmen innerhalb des Bades ausreichend sein müssten, um vor einer Infektion maximal geschützt zu sein. Die Schließung des Bades könnte hier contraproduktiv wirken, indem Wut, Frustration und Protest wachgerufen werden. Möchte man das wirklich riskieren?

Auch ich besuche das Bad seit Jahrzehnten regelmäßig, habe alle bisherigen Maßnahmen immer unterstützt, merke aber jetzt, wie meine „Compliance“ schwindet. Ich denke, da geht es mir wie vielen anderen auch und hoffe, die Verantwortlichen werden ihre Entscheidung im Sinne aller Sporttreibenden noch einmal überdenken und rückgängig machen. Gabriela Otorowski, Uelzen-Groß Liedern

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Ist der Fortbestand des Hallenbades noch gesichert? Der Appell von Jens und Anke Plagge (Leserbrief vom 27. Dezember 2021) an die Stadtwerke Uelzen, das Badeland Uelzen nach den Weihnachtsferien wieder zu öffnen, wird wohl leider verhallen. Wenn jetzt das Wasser aus dem Schwimmbecken abgelassen wird, ist mit einem Schwimmbetrieb in Uelzen vor Beginn der Freibadsaison nicht zu rechnen.

Rechtzeitige Maßnahmen zur Reduzierung der Pandemie sind positiv zu bewerten. Die Pandemie-Treiber liegen jedoch in anderen Bereichen und nicht im Besuch des Hallenbades. Das Argument der Stadtwerke, das technische Personal des Badue werde auch zur Sicherstellung der Grundversorgung als systemkritischer Infrastrukturdienstleister eingesetzt, ist hinsichtlich der Spezialkenntnisse bei Gas-, Wasser- und Stromversorgung zweifelhaft. Seit Beginn der Coronakrise hat sich die Besucherzahl, selbst an Sonntagen, wenn die Pluscard-Inhaber freien Eintritt haben, stark reduziert. Daher werden die Betriebskosten und insbesondere die Personalkosten (elf Fachangestellte sowie drei Auszubildende) ausschlaggebend für die Schließung sein.

Hallenbäder und Freibäder sind für sportliche Betätigungen beliebt bei der Bevölkerung und gehören somit zu den wichtigen Angeboten. Sie werden jedoch immer Zuschussbetriebe bleiben. Die (...) angekündigte Preisanhebung zum 1. Januar wird an dieser Situation auch wenig verändern. Es stellen sich daher die Fragen, wie der Schwimmbetrieb im Hallenbad aufrechterhalten und nachhaltig neue (zahlende) Besucher für das Badue gewonnen werden können. Hierbei sollten Preisvorteile für regelmäßige Schwimmer nicht von dem Besitz einer Pluscard als Mycity-Kunde abhängig gemacht werden. Klaus Niebuhr, Rosche

Leserbriefe geben die Meinungen der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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