Unbezahlbar ist es nicht

Leserbrief zu "Atomstrom unbezahlbar?", AZ vom 8. Dezember:

Dass die Entsorgung des nuklearen Abfalls der Kernkraftwerke teuer sein wird, bestreitet niemand. Die Kosten sind noch zu erwirtschaften und je länger die KKW noch sicher in Betrieb sein werden, umso mehr wird gedeckt sein. Unbezahlbar ist es nicht. Für die sichere Stromversorgung im Winterhalbjahr sind Kernkraftwerke oder fossile Kraftwerke unverzichtbar. Die deutschen Solaranlagen überschwemmen Europa an schönen Sommertagen mit Strom, den niemand brauchen kann und der somit auch nur wenig wert ist. Zahlen muss ihn der deutsche Steuerzahler und Verbraucher aber zu Höchstpreisen. Im Winter gibt es fast keinen Solarstrom. Dann müssen in Reserve stehende Kohle- und Gaskraftwerke einspringen. Im Februar 2012 kam es in Norddeutschland bereits zu Abschaltungen von grossen Verbrauchern. Dies wird noch zunehmen. Ich bezweifle, dass sich das Deutschland auf längere Zeit noch leisten kann. Ich hoffe, dass die Schweiz daraus lernt und auf den ungezügelten Ausbau des Solarstroms verzichtet, solange es noch keine richtige Lösung für die Stromspeicherung gibt. Die Speicherkosten dazu werden aber ein Mehrfaches der Erzeugungskosten sein. Dies wird dann richtig teuer. Die Schweizer Stromversorger haben die Aufgabe, Haushalte und Wirtschaft sicher mit bezahlbarer Energie zu versorgen. Dafür erhalten sie Titel wie Strombarone, Profiteure, Unbelehrbare, Ahnungslose und ähnliches mehr. Ich würde von den Verfechtern der erneuerbaren Energien mehr konstruktive Beiträge zur Energiedebatte erwarten.

Robert Landis,

Turgi

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