Das Leid der Anwohner

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Das Fahrgeschäft „Breakdancer“ auf den Uelzener Stadtfest: Anwohnern treibt der Lärmpegel, den das Karussell verursacht, die Zornesröte ins Gesicht.

Zum Beitrag „Uelzen feiert 4 Wochen“ (AZ vom 13. Mai) schreibt Daniela Stein aus Uelzen:

Es ist leider mal wieder so weit, und es graut mir jetzt schon davor! Ich bin Anwohnerin der Gudesstraße und wie in den Vorjahren wird der ekelhafte „Breakdancer“ wohl wieder in der Kleinen Mühlenstraße hinter unserem Haus aufgebaut – ich gehe jedenfalls davon aus.

Meine Nachbarin und ich waren erleichtert, dass er beim Schützenfest am Rathausplatz aufgebaut war. Wir dachten: „Die sind ja wohl nicht so doof und bauen den hier auf, um ihn wieder abzubauen, um ihn dann am 19. Mai wieder in der Kleinen Mühlenstraße aufzubauen!“ Aber wie es scheint, kommt es anders und wir Anwohner haben mal wieder das Nachsehen.

Kann sich eigentlich keiner vorstellen, welch ein Zustand das über drei Tage ist, wenn rund 12 Stunden so ein elendiges Fahrgeschäft hinter, neben oder vor dem eigenen Wohnhaus rumröhrt? Die Gläser vibrieren im Schrank, bei Hitze kann man kein Fenster öffnen, der Lärm ist unbeschreiblich! Die Durchsagen des „Fahrgeschäftleiters“, das Gegröle der Leute, die nervige Musik und dieses ewige Geräusch des Gerätes selber! Von den dargebotenen Auftritten auf der Bühne direkt vorm Haus wollen wir gar nicht erst anfangen...

Man wird ja leider nicht gefragt und müsste eigentlich eine kleine Wiedergutmachung von der Stadt dafür bekommen, weil man das alles drei Tage ertragen muss. Das Uelzener Stadtfest ist nur für die Leute interessant, die nach dem Besuch in ein ruhiges Heim abdampfen können – die Anwohner sind in dem Kessel gefangen!

Zu den jüngsten Beiträgen über die Verkehrssituation in Bad Bevensen merkt Kathrin Schmidt, Anwohnerin der dortigen Lindenstraße, an:

Seit längerer Zeit beobachte ich als Anwohner in der „30er Zone“-Lindenstraße das rege Treiben von montags bis freitags und ich möchte jetzt einmal meinem Ärger Luft machen: Täglich gegen 13 Uhr werde ich in ein Trauma versetzt; Prinzessinnen und Prinzen, die von Mama und Papa chauffiert werden, meterlange Autoschlangen wie an einer Bundesstraße, ein tosender Lärmpegel, von einer „Zone 30“ weit entfernt – das kann es doch nicht sein!

Eltern, die aneinander gereiht wie auf einer Perlenschnur die Lindenstraße hoch und runter mit ihren Autos stehen, um nacheinander ihre bequemen Kinder in ihrer Bequemlichkeit noch zu unterstützen; Eltern, die auf dem Bürgersteig rauchend stehen und die Kippen samt der Autoabgase nach rund 30 Minuten zurücklassen.

Dabei wohnen über die Hälfte dieser Prinzessinnen und Prinzen in einem Radius von manchmal nicht einmal einem Kilometer vom Schulgebäude entfernt, aber es ist halt bequemer mit Mama... Und das in der heutigen Zeit, wo es mehr Veganer als Vegetarier und mehr Allergiker als Gesunde gibt, wo sich über Smog und die Erderwärmung regelmäßig aufgeregt wird – wo bleibt da mal das Innehalten im „eigene n Garten“? Oder ist es heutzutage verwerflich, die Kinder mit dem Fahrrad loszuschicken? Wollen wir nicht alle, dass diese Generation selbstständiger wird?

Das Sahnehäubchen des Ganzen setzen jedoch dann noch die Lehrkräfte der KGS auf: Rauchenderweise stehen sie vor der Aula, mit Pott Kaffee in der anderen Hand und zelebrieren regelmäßig mittags ein Päuschen. Kinder, die Schulschluss haben, kommen an ihren „Vorbildern“ vorbei und können das Ganze miterleben. Kurioserweise werden allerdings Unterrichtsstunden in Sachen Drogen und Alkohol abgehalten, in denen den Kindern die Gefahren des Konsums näher gebracht werden sollen. Polizeiliche Razzien sollen die Schüler abschrecken, fangen wir dann bitte erst einmal vor der Aula an? Sollten die Lehrkräfte nicht hier mit gutem Beispiel vorangehen? Wir Anwohner in der Lindenstraße wären darüber sehr, sehr dankbar.

Den Beitrag „Dorferneuerung kann loslegen“ (AZ v. 17. Mai) kommentiert Heinrich Marwede aus Grabau:

Herzlichen Glückwunsch, Suhlendorf. Bei aller Freude über die Sanierung der Straße sieht es für mich so aus, als hätten wir Bürger ein Geschenk bekommen. Darf ich einmal daran erinnern, dass das Geld vom Steuerzahler aufgebracht wird und kein Geschenk von oben ist.

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