Leerstands-Kataster fehlt

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Als Tropfen auf den heißen Stein empfindet Borvin Wulf die Hilfsangebote in Stadt und Kreis für Flüchtlinge auf Wohnungssuche. Allen, nicht nur ihnen, wäre mit einem Leerstands-Kataster geholfen.

Zu unserem Artikel „Helfer für die Wohnungssuche“ (AZ vom 10. Februar) schreibt Borvin Wulf aus Suderburg:

Ständige Wiederholungen propagandistischer Fensterreden lösen noch keine Probleme. Dass, wie von ihr stereotyp behauptet, die Stadt Uelzen asylanerkannten Flüchtlingen dabei hilft, eine eigene Bleibe auf dem „freien Wohnungsmarkt“ zu finden, kann man bereits in der AZ vom 31. Oktober und 12. Januar nachlesen. 

Dass sich die Hilfe von Stadt und Landkreis Uelzen dabei bisher lediglich auf allgemeine schriftliche und verbale Infos für Flüchtlinge und Vermieter leerstehender oder leerwerdender Wohnungen beschränkt, die „Zuwanderer und Vermieter zusammenführen“ soll, daran hat sich bis heute nichts geändert. Weswegen man seitens Christine Delekat und anderer Dampfplauderer in den städtischen Anlaufstellen jetzt die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer als Transmissionsriemen entdeckt, „die unsere neuen Mitbürger bei der Wohnungssuche begleiten, den Kontakt zum Vermieter herstellen, Besichtigungstermine wahrnehmen oder auch dabei behilflich sein (könnten), schriftliche Unterlagen zusammenzustellen“.

(...) Was Frau Delekat als scheinbar neue Erkenntnis dazu einfällt, ist seit 2015/16 zeit- und geld- und kraftraubende Alltagsarbeit vieler ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer, die nicht nur wohlfeile Statements von sich geben.

Was tatsächlich fehlt und was zum Beispiel in Uelzens Rathaus oder für den gesamten Landkreis in der Kreisverwaltung angesiedelt werden könnte, ist ein Leerstands-Kataster, wie man es seit vielen Jahren bereits in manchen Groß- und Mittelstädten kennt, als die starken Flüchtlingsströme noch gar nicht existierten. Die eigentliche Zielgruppe sind finanzschwache Bürger, die sich exorbitante Mieten, Maklercourtagen (die es z. T. immer noch gibt) und hohe Nebenkosten in menschenwürdigen Wohnungen außerhalb des sträflich vernachlässigten sozialen Wohnungsbaus nicht leisten können. Ein großer Vorteil von Leerstands-Katastern ist die Bündelung zur Vermietung stehenden Wohnraums an einer zentralen Stelle. (...) Damit wäre allen gedient(...).

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