Leserbrief

Landwirte ohne Lobby

Auch Michael Beyer aus Rosche äußert sich zum Thema Artensterben und Landwirtschaft. Sein Tenor: Landwirte haben keine echte Lobby:

Wenn die Landwirtschaft nicht endlich mit modernen neuzeitlichen Mitteln der Öffentlichkeitsarbeit und mit beachtetem Protest für ihre Rechte und gegen ihre Verunglimpfung zu kämpfen beginnt, wird sie weiter der Sündenbock der EU sein. Der Schwächste wird verhauen.

Das gute Verhältnis der beruflichen Funktionsträger zur Politik ist scheinbar mehr wert als der Kampf für Gerechtigkeit und gegen die miese ehrabschneidende Propaganda. Landwirte werden nun auch noch für den Insektenmangel verantwortlich gemacht und Blühsteifen sollen das reparieren. Also sollen wieder die Landwirte da was machen und das möglichst mit wenig „Bakschisch“. Risiken und den Anteil der Folgekosten müssen sie selbst schultern – eine Unverschämtheit.

Wer beachtet die toten Vor- und Hintergärten in den Siedlungen und Städten, das blühtote öffentliche Grün. Wo blüht etwas und für wie lange? – und wenn, dann nur für den schönen Schein. Baulücken und „unordentliche“ Freiflachen werden bewusst aus den Siedlungen und Städten eliminiert.

Wo können heimische Insekten Lebensraum und Nahrung finden? Wo sind Fruchtpflanzen für unsere Singvögel? Es muss Schluss sein mit dem Massenanbau von Region fremden Pflanzen und blühlosen Gewächsen. Warum wird da nicht über die heute so beliebten „Verbote“ nachgedacht? Was nicht gekauft werden kann, wird auch nicht gepflanzt.

Glyphosat hat mit dem Insektenrückgang so gut wie nichts zu tun. Glyphosat ist ein Herbizid gegen Quecke, einem bedrohlichem Ungras, das mit seinen Wurzelausscheidungen den Boden gegen Kulturpflanzen vergiftet. Glyphosat steht derzeit nur unter Krebsverdacht. Glyphosat ist auch ein Biozid das im Körper von Mensch und Tier fatale Wirkungen zeigen kann. Das wird total außer Acht gelassen, weil es nicht Gegenstand der Diskussion ist. Wird die Diskussion möglicherweise in die falsche Richtung gelenkt? Die biozide Funktion des Wirkstoffes ist ein unbeachtetes weit größeres Problem des Glyphosat.

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