Landkreis muss Zweifel ausräumen

Zur AZ-Kolumne „Fatale Geheimniskrämerei“ nimmt auch Dieter Jess aus Bad Bodenteich Stellung:.

Ein Leben auf der Flucht, daran können sich noch einige Alt-Bodenteicher erinnern. Diese Menschen haben mit ihren Eltern Leib und Leben riskiert, um sich in Sicherheit zu bringen.

90 000 Menschen machten sich bisher in diesem Jahr auf die gefährliche Reise über das Mittelmeer, wobei fast 2000 Menschen diese abenteuerliche Seereise nicht überlebten. Ähnlich wie die Flüchtlinge vor 70 Jahren.

Um eine gerechte Verteilung der Asylbewerber ringen die EU-Länder noch immer. Von den 28 EU-Ländern tragen nur sechs Länder (Deutschland mit 22 Prozent) den Hauptanteil der Asylbewerber mit 85 Prozent.

Der dem Landkreis Uelzen zugewiesenen und noch in Aussicht gestellte Zustrom an Asylbewerbern stellt den Landkreis vor eine große Aufgabe. Die Bereitschaft der Bodenteicher, die Flüchtlinge in ihrer Mitte aufzunehmen, ist, wie bereits gezeigt, vorhanden. Es ist leider bisher versäumt worden, von Anfang an die 3000-Seelen-Gemeinde in die zu erwartenden Veränderungen einzubeziehen.

Die „kasernierte“ Unterbringung der zurzeit 150 geplanten Flüchtlinge zu den bereits 36 vorhandenen wird das Leben im Kurort verändern können. Sicherheit und Betreuung im Umfeld der ehemaligen BGS-Kaserne dürfen nicht infrage stehen. Landkreis und Kommune sind in der Pflicht, diese Zweifel auszuräumen.

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