Kurbahn ist eine Totgeburt

Zum Beitrag „Bollerwagen unerwünscht“ (AZ v. 19. Oktober)

Dass sich die Kurbahn kinder- und behindertengerecht auch zur Bereicherung der einheimischen Bevölkerung darstellt, ist ein Wunschtraum. Solange der Profit- und Rentabilitätsgedanke bei allem Vorrang hat, ist dies eine Totgeburt.

Konkrete Erfahrung meinerseits: Zum Klassentreffen nach 35 Jahren habe ich für gebürtige Bevensener aus ganz Deutschland, sogar aus Los Angeles, eine Stadtrundfahrt organisiert. Dies ist per Mail, telefonisch und persönlich von mir (jedenfalls war ich der festen Überzeugung) bestens organisiert worden. Da alle 25 nicht auf die Ecke Glockeneichenstraße/Medinger Straße (Haltestelle) passten, haben wir uns daneben aufgehalten. Ohne anzuhalten fuhr das Thermelinchen an uns vorbei und wir konnten es nicht fassen.

Wenn ich im Rollstuhl aus zeitlichen Gründen keine Mitfahrgelenheit bekommen hätte, könnte ich es noch akzeptieren. Doch gehfähige Bevensener, die zudem 50 Euro Umsatz gebracht hätten, stehen zu lassen, war eine Frechheit. Am nächsten Tag, als ich die „Schaffnerin“ darauf angesprochen habe, war ihr die offizielle Haltestelle Glockeneichenstraße unbekannt. Erst bei einer genaueren Ortsbeschreibung kannte sie den Halt.

Die Spitze allerdings war, dass Sie uns gesehen hat! Nur weil wir mit 25 Leuten nicht unter dem Haltestellenschild gestanden haben, hat das „Thermelinchen“ nicht angehalten. Ich bin gespannt wie lange diese Kur-Betriebs-Bahn mit unseren Steuergeldern noch die Strassen blockiert, getreu dem Motto „Alles für den Kurgast“.

Hans-Joachim Flindt,

Bad Bevensen

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