AZ-Leserbriefe

Die Krux mit dem Lüften

Nur Lüften könne nicht die Lösung in den Schulen während der kalten Jahreszeit sein, meint AZ-Leserin Gabriela Hasselmann.
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Nur Lüften könne nicht die Lösung in den Schulen während der kalten Jahreszeit sein, meint AZ-Leserin Gabriela Hasselmann.

Zum Thema Corona, den steigenden Infektionszahlen und den Maßnahmen dagegen – wie dem regelmäßigen Lüften in der Schule –schreiben die Leser:

Zur Vermeidung von Corona-Ansteckungen empfehlen Wissenschaftler regelmäßiges Stoßlüften in zeitlichen Abständen von rund 20 Minuten für eine Dauer von etwa drei bis fünf Minuten. Bei einer Stoßlüftung hat man in rund sechs bis zehn Minuten das gesamte Raumvolumen einmal ausgetauscht.

Das heißt, bei einem Raumvolumen von 20 Kubikmetern wurden 20 Kubikmeter Außenluft in den Raum gelüftet und genau so viel wieder raus. Da sich im Raum während der Lüftungszeit die Außenluft mit der Raumluft vermischt, werden rund 60 Prozent der Raumluft erneuert. Das bedeutet, dass nur etwa 60 Prozent der in der Raumluft befindlichen Viren herausgelüftet wurden.

Mit der frischen Luft strömt in der kalten Jahreszeit auch Kälte in die Klassenräume, an ein konzentriertes Lernen ist dank Kälte und häufiger Unterbrechung des Unterrichts zwecks Lüften nicht mehr zu denken. Schlagregen und Herbststürme würden die Klassenräume „überfluten“.

Die Folge: vermehrte Krankheitsfälle in der Lehrer- und Schülerschaft wie beispielsweise Mittelohrentzündungen durch Zugluft. Das zeigt: Mit Fensterlüftung lassen sich Aerosole, Viren und Keime nicht rauslüften. Da wird der Ruf nach technischen Lösungen laut.

Doch mobile Raumluftreiniger sind nicht in der Lage, die besonders kleinen Corona-Viren mit einem Durchmesser von nur 120 bis 160 Nanometer (Milliardstel Meter) wirksam aus der Raumluft zu entfernen.

Laut Innenraumlufthygiene-Kommission (IRK) am Umweltbundesamt kann erhöhte Sicherheit nur erreicht werden, wenn die Partikel durch Abscheidung aus dem Umluftstrom entfernt werden. Besser wäre es allerdings, die Aerosole und Partikel samt Viren und Bakterien direkt aus der Atemluft zu entfernen.

Das ist möglich, in dem man in der Raumluft die natürliche elektrische Leitfähigkeit wiederherstellt, wie wir sie an Wasserfällen, im Hochgebirge oder nach einem reinigenden Gewitter spüren können.

Diese leitfähige Luft bindet Viren, Bakterien und Keime schon in der Raumluft und entfernt diese durch Sedimentation aus der Atemluft. Geräte dieser Art haben sich in der Schweiz schon seit über 20 Jahren – auch in Kliniken – im unterbrechungsfreien Dauerbetreib im Einsatz bewährt.

Der Einsatz von „Leitfähiger Luft“ bedeutet, dass auch in Zeiten wie der jetzigen Corona-Krise allein durch die Raumlufthygiene die bestmögliche Prävention gegeben ist und das Infektionsrisiko signifikant – auch bei der jährlich wiederkehrenden Grippewelle – gesenkt wird.

Dr. Wolfgang Kufahl, Uelzen

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Fenster auf und keinen Abstand. Mehr ist den teuer bezahlten Verantwortlichen bis jetzt nicht eingefallen. Schüler und Lehrkräfte werden mit dieser Situation komplett im Stich gelassen. Wie stellen sich Schulbehörde und das Ministerium bei weiter sinkenden Temperaturen den Unterricht zukünftig vor? Es wird gefroren, Erkältung oder steifer Nacken durch Zugluf, lassen grüßen. Erste Spekulationen über Unterricht mit Decken als Hilfsmittel gibt es schon.

Das alles kann doch so nicht wahr sein. Ein vernünftiges Konzept muss her. Beispielsweise Präsenzuntericht in kleineren Gruppen, bei verlängerten Schultagen. Oder tageweise abwechselnd Online- und Präsenzunterricht. Bei kleineren Gruppen sollte wieder Abstand gehalten und Mundschutz getragen werden. Dazu dann maximal alle 20 Minuten lüften. Liebe Verantwortliche, es gibt bestimmt noch weitere Ideen dazu. Wir alle sind gespannt, wann euch dazu etwas Vernünftiges einfällt.

Gabriela Hasselmann, Uelzen

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Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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