Kritik am Islam ist verboten

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Die türkische Lehrerin Aynur Aykan-Boz war mit der Klage gegen ihre Entlassung 2007 gescheitert. Ministerpräsident Stephan Weil will Lehrerinnen das Kopftuch im Unterricht erlauben.

Karl Jongeling aus Uelzen übt Kritik an Denkverboten im Zusammenhang mit dem Islam:

Der bekannte Philosoph Peter Sloterdijk hat vor einiger Zeit darauf hingewiesen, dass es in unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung inzwischen so etwas wie Rede- und Denkverbote gibt. Einige Themen sind einfach tabu, zum Beispiel Kritik am Islam. Nur das Christentum darf man ablehnen, weil der Papst die Pille verbietet und Priester im Zölibat leben müssen und natürlich wegen des Missbrauchs von Kindern.

Am Islam ist dagegen jede Kritik verboten. Wer das tut, gilt als fremdenfeindlich, rassistisch und neuerdings als rechtsextrem. Wer Probleme mit dem Propheten Mohammed hat, weil dieser im Alter von 56 Jahren die neunjährige Aischa zu seiner dritten Frau machte, kann in Schwierigkeiten geraten. Oder wer bezweifelt, ob es sinnvoll ist, Kinder Koransuren Silbe für Silbe auf Arabisch auswendig lernen zu lassen, obwohl sie davon kein Wort verstehen.

Da geht man schon besser auf Schmusekurs mit den (männlichen) Muslimen, wie Ministerpräsident Weil das getan hat (siehe AZ vom 29.12., Seite 21), als er in Aussicht stellte, muslimischen Lehrerinnen, die an staatlichen Schulen unterrichten, das Kopftuchtragen im Unterricht zu erlauben. Eigentlich müsste er doch das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts Leipzig von 2004 kennen, das verkündet hat, auch katholische Ordensschwestern dürften an staatlichen Schulen nur in ziviler Kleidung vor der Klasse stehen.

Herr Weil torpediert die Bemühungen von muslimischen Frauen wie Necla Kelek („Die fremde Braut“ und „Die verlorenen Söhne“) oder Seyran Ates („Der Multikulti-Irrtum“). Diese wunderbar integrierten türkischen Autorinnen möchten doch gerade, dass türkische Mädchen in unseren freiheitlichen Staat hineinwachsen. Das schaffen sie nicht, wenn sie schon als kleine Mädchen das Kopftuch tragen müssen oder nicht am Schwimmunterricht oder an Klassenfahrten teilnehmen dürfen. Aber all das darf man nicht sagen oder dagegen demonstrieren.

In Artikel 5 unseres Grundgesetzes heißt es aber in Absatz 1: „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten.“ Artikel 8, Absatz 1 lautet: „Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln.“ Daran sollte man nicht rütteln.

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