Kostenlose Abfallplätze?

Bislang landet der Uelzener Biomüll und Grünabfall in der braunen Tonne – AZ-Leser Norbert Niebuhr regt nun öffentliche Ablageplätze für Grünzeug „nah am Bürger“ an. Foto: dpa

Norbert Niebuhr aus Langen schreibt zur Erhöhung der Abfallgebühren im Landkreis Uelzen („Die Abfallgebühren steigen“, AZ vom 19. /20. September):.

Was ist los im Landkreis Uelzen? Interessiert es niemanden mehr, wenn mal eben an der Abfallpreisschraube um 21 Prozent geschraubt wird? In 2011 wurde die Gebühr für die übliche 80-Liter-Tonne um 17 Prozent erhöht. Es wurde damit argumentiert, dass die letzte Gebührenerhöhung in 2005 lediglich 50 Prozent der entstehenden Mehrkosten eingebracht hätte – der awb will also 50 Prozent von 3 Millionen Euro pro Jahr, also in sechs Jahren 9 Millionen Euro übernommen haben. Nun wird heute verlautbar, dass die Erhöhung in 2011 wieder einmal nur angebliche 25 Prozent Deckungsbeitrag abdeckt. Haben wir wieder mindestens wundersame 1,8 Millionen Euro in den vergangenen vier Jahren. Danke, awb!

Gleichzeitig wird in 2011 eine hochpreisige „kleine Tonne“ eingeführt. Keine Spur von modernen Konzepten des Abbaus von Müllerzeugung wie in anderen Bundesländern mit beispielsweise chipgesteuerter Abrechnung nach tatsächlichem Müllaufkommen.

Was macht eigentlich die Biogasanlage? Vielleicht tue ich mich ja mit dem Internet schwer; auf der Internetseite des awb ist nach längerer Suche einfach nichts zu der Biogasanlage zu finden. In 2012 wird sie von Dr. Heiko Blume als ein Wunderwerk der Technik mit der Eigenschaft „sie rechnet sich“ postuliert. Für wen?

Am 15.3.2013 schreibt die AZ: „Borg braucht Biomüll“. Super, die Anlage soll zwar erweitert werden, ist aber wohl noch gar nicht ausgelastet. Das kann doch wohl nicht sein. Politik und Betreiber wenden sich in der Folge an die Bürger mit dem Aufruf zur konsequenteren Trennung. Dass man aus den Ergebnissen der Grünabfallanlieferung ganz offensichtlich Gewinne erzielen kann, beweisen Bundesländer wie Baden-Württemberg, die hierfür eigene (kostenlose) Ablageplätze nah am Bürger installiert haben. Also, tut es, und es stellt sich nicht mehr die Frage nach zweckentfremdeter Nutzung der „braunen“ Tonne.

Übrigens gibt es erste Tendenzen, dass große Biogasanlagen auch auf den Grünmüll aus den Haushalten schielen. Lieber awb, verschlaft diese Entwicklung nicht genau so, wie es mit dem Papiermüll bereits geschehen ist. Wirtschaftet ordentlich im Auftrag des Gebührenzahlers, und denkt bitte nicht immer erst einmal an die Gebührenerhöhungen, bevor nicht alle anderen Optionen ausgeschöpft sind. Last but not least, informiert bitte transparent.

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