AZ-Leserbrief

„Kompetent und menschlich“

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Das Helios Klinikum erntete wegen der Einstellung eines neuen, umstrittenen Gynäkologen Kritik. Zwei AZ-Leser verteidigen die Klinik und den Arzt, der sich gegen Abtreibung ausspricht. 

Zum Artikel „Kritik am Klinikum“ in der gestrigen Ausgabe der AZ schreibt Dr. Andreas Hebestreit aus Uelzen:.

Liebe Mitbürger, ich bin froh, einen langjährig erfahrenen, kompetenten Arzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Klinikum Uelzen zu wissen. Schon über viele Jahre hat er sich in Klinik und Praxis in nächster Nähe anerkannt und intensiv für die Gesundheit der Frauen eingesetzt. In Zusammenarbeit mit den Hebammen verdanken ihm hier zahlreiche Kinder und junge Erwachsene ihre schadenfreie Geburt und viele Frauen Hilfe bei schwerer Erkrankung. Trotz deutschland- und europaweitem Mangel blieb er uns, hier verwurzelt, treu.

Die Gesellschaft (wir) leistet für kranke Kinder Jahrestherapiekosten bis zu mehreren hunderttausend Euro. Ein Embryo ist im Mutterleib bis zur zwölften Schwangerschaftswoche mit Augen, Nase, Mund, Ohren, Fingern, einem schlagenden Herz, Bewegung und Schmerz versehen. Das werdende Kind benötigt eine Mutter, die sich opfert, es sich weiter entwickeln zu lassen. Die Umgebungsvoraussetzungen dafür, ebenso die nachgeburtliche Versorgung, sind die wichtigste Aufgabe der Gesellschaft. Es ist eben nicht ärztliche Aufgabe, jemandem Leid zuzufügen – weder dem Kind noch der Mutter, die oft kurz- oder langfristig mit ihrer Entscheidung hadert.

Nicht das werdende Kind, sondern das Umfeld/wir sind das Problem. Kinder sind gesellschaftlich weder angesehen, modern, noch erscheinen sie hilfreich. Auch wenn ich Gegenteiliges aus eigener Erfahrung behaupte, wird mir niemand glauben. Ich bin froh, dass das Klinikum einen kompetenten Arzt begeistern konnte und hoffe, das die Gemeinschaft respektvoll damit umgeht.

Auch Ulrike Hermann aus Uelzen hat sich zu dem Thema Gedanken gemacht:

Man soll akzeptieren, dass Frauen Schwangerschaftsabbrüche vornehmen lassen. Warum kann man nicht akzeptieren, dass es Ärzte und Pflegepersonal gibt, die diesen Abbruch nicht durchführen wollen? Es gibt doch genügend andere, die es machen.

Dieser „umstrittene“ Arzt ist ein sehr menschlicher und überaus kompetenter Arzt, und wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit ihm. Dass er aus Glaubensgründen diesen Eingriff nicht vornehmen möchte, sollte man ihm nicht anlasten.

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