Kommunen auf Pulverfass

In der Diskussion: Für die Sanierung der Straßen in Uelzen, wie hier die Medingstraße im vergangenen Jahr, bittet die Stadt Uelzen die Anwohner mit zur Kasse. Archivfoto: Hackenberg
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In der Diskussion: Für die Sanierung der Straßen in Uelzen, wie hier die Medingstraße im vergangenen Jahr, bittet die Stadt Uelzen die Anwohner mit zur Kasse. Archivfoto: Hackenberg

Den Beitrag „Auf der Suche nach mehr Fairness“ über die Straßenausbaugebühren (AZ v. 22. September) äußert sich Maik Semler aus Wrestedt:

Das ist ein sehr wichtiges Thema in sämtlichen Kommunen. Wo geht der Weg in Zukunft hin? Ist es noch zeitgemäß, Bürger mit derart hohen (und weiter steigenden Kosten) zu beteiligen? Ist die Art und Weise der derzeitigen Beteiligung der betreffenden Bürger zukunftsfähig? Meiner Meinung nach sitzen die Kommunen hier auf einem Pulverfass.

Welcher Bauherr oder Hauseigentümer kann und will es sich leisten, eine für sich nicht kalkulierbare Menge an Kapital vorzuhalten, falls irgendwann mal Kosten für den Straßenausbau aufgerufen werden. Wie sollen denn sonst unsere älteren Mitbürger den Straßenausbau vor ihrer Haustür aus eigener Kraft stemmen, wenn doch, wie allgemein bekannt, das Rentenniveau kontinuierlich sinkt? Wenn Banken älteren und jüngeren Menschen dann oftmals notwendige Kredite nur schwerlich bis überhaupt nicht zugänglich machen?

Bauherren, die bei ihren Finanzierungen zwar derzeit von den niedrigen Zinsen profitieren, aber auf der anderen Seite exorbitant hohe Preise für Material- und Lohnkosten an die Bauwirtschaft zahlen müssen (Bauboom sei Dank), brauchen die Sicherheit, dass der Traum vom Eigenheim eben nicht zum Albtraum wird, nur weil die Rechnung für einen Straßenausbau ins Haus flattert.

Hier muss seitens Politik und Verwaltung Sicherheit und Zukunftssicherheit für den Bürger hergestellt werden. Leider zögern die Verwaltungen derzeit noch, dieses Thema überhaupt in den Fokus zu rücken, sind aber merkwürdigerweise keineswegs scheu, stets uns ständig neue Baugebiete auszuweisen. Es gilt jetzt anzupacken, der Gesetzgeber hat die Weichen für die Politik und die Verwaltungen gestellt, also muss es ein Ziel der Volksvertreter und der Verwaltungen sein, hier mehr Gerechtigkeit und Sicherheit für die Zukunft zu schaffen, im Interesse jedes einzelnen Bürgers.

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