AZ-Leserbrief

„Können auf Kohlenwasserstoffe verzichten"

Zum Thema Energiewende erreichte die Redaktion diese Lesermeinung:

Täglich wird in den Medien über Energie, deren Verschwendung, Aufbereitung und Untergang der Lebensgrundlage geschrieben. Nicht immer rational. Auch ich möchte zu dem System Energie etwas beitragen:

Die einzigen für uns heute verfügbaren Energieformen sind die Strahlungswärme der Sonne und in fragwürdigen Mengen die Atomenergie. Die Sonnenstrahlung steht uns täglich zur Verfügung und wird nur bruchteilhaft genutzt. Seit frühester Zeit haben sich als einzige natürliche Speicher die Pflanzen und pflanzenähnliche Organismen etabliert.

Sie sind in der Lage, aus Wasser, Kohlendioxid und der Fotosynthese Energie zu speichern. Es werden aus diesen Stoffen Substanzen gebildet, die vornehmlich aus Kohlen-, Wasser- und Sauerstoff bestehen. Diese nutzen wir als Nahrungsquelle über Pflanzen und Tiere und als fossile Brennstoffe.

Wenn wir über die Nutzung dieser Quellen noch gespeicherte Energie benötigen, müssen wir diese Speicher anzapfen in Form von Verbrennung. Dabei wird der Bildungsvorgang umgedreht, also zu Wasser und CO2. ...

Am 5. August stand in der AZ ein Bericht „E-Fuels“ als möglicher Energie-Hoffnungsträger mit Erfindung synthetischer Öle. Im Prinzip ist die Methode nicht neu. Denn im 2. Weltkrieg wurde nach dem „Fischer-Tropsch-Verfahren“ von 1925 aus fossiler Kohle flüssiger Brennstoff erzeugt: Das Verfahren besteht aus zwei Schritten – Herstellung von Synthesegas und deren Umsetzung mit Katalysatoren und Sauerstoff zu einer Mischung aus organischen flüssigen Komponenten. Damals wurde zur Herstellung des Synthesgases Kohle eingesetzt.

Jetzt werden BtL-Biokraftstoffe stark beworben. Hier hatte auch die „Choren Industries“ spekuliert, in dem sie auch in Uelzen ein Werk mit Stroh als Rohstoff für das Synthesegas einsetzen wollte. Es sollte Sun Fuel für Ottomotoren entstehen (Insolvenz 2011). ...

Wenn wir also Energie, egal welcher Art, nutzen wollen, ohne unsere endlichen Vorräte abzubauen, können wir das nur über Fotovoltaik erreichen, die aus Wasser Wasserstoff erzeugen kann, wenn wir hierfür entsprechende Kapazitäten erarbeiten können.

Auf die Trägerstoffe aus Kohlenwasserstoffen können wir gut verzichten, denn molekularer Wasserstoff ist bis 200 atm (Anmerkung der Redaktion: veraltete Einheit für Druck) in Flaschen transportabel...

Der CO2-Ausstoß wird dadurch vermieden. Auch für das Synthesegas wird molekularer Wasserstoff benötigt. E-Fuels können nur als Hilfsvorräte dienen. CO2-Kontingente bringen garnichts. ...

Dr. H. G. Möller, Uelzen

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Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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