Klimaschutzkonzept muss kommen

Bienenbüttel will mit einem zuvor schon geplanten Klimaschutzkonzept warten, bis der Landkreis seines umsetzt. Der Kreis wiederum wartet auf Erkenntnisse aus dem bereits angegangenen Klimaschutzkonzept aus der Stadt Uelzen. Foto: dpa

Leserbrief zu „Kritik an Ausstieg aus Klimaschutzkonzept“, AZ vom 17. Dezember:.

Die AZ berichtet, dass im Ausschuss für Umwelt, Energie und Nachhaltigkeit der Gemeinde Bienenbüttel mehrheitlich beschlossen wurde, dass Konzept eines kommunalen Energie- und Klimaschutzes vorläufig zurückzustellen. „Dafür haben wir kein Geld“, wurde geäußert. Der Bürgermeister wird zitiert mit den Worten: „Das hier würde ganz viel Aufwand für den Papierkorb sein.“ Man wolle auf Aktivitäten des Landkreises warten – und der wartet auf Aktivitäten der Stadt Uelzen.

Nachdem im Frühjahr die Grünen ein Klimaschutzkonzept gefordert hatten und dieses von der Gemeinde Bienenbüttel auch beim Bund beantragt wurde, soll es jetzt auf Eis gelegt werden. Das ist mir völlig unverständlich. Verzögerungen von Maßnahmen für den Klimaschutz können wir uns nicht leisten.

Ein Klimaschutzkonzept ist kein Luxus, den sich eine Gemeinde leistet. Mit einem Klimaschutzkonzept werden konkret auf den Ort bezogen Schwachstellen benannt und zukünftige Schritte in Richtung Klimaschutz festgelegt.

Natürlich kostet so etwas Geld. Aber selbst in den Reihen der CDU ist mittlerweile erkannt worden, dass Umwelt- und Klimaschutz auch wirtschaftliche Vorteile bringen. Arbeitsplätze in der Solar- und Windenergieindustrie, Wärmedämmung von Gebäuden, energiesparende Heizungen sind nur einige Beispiele.

Der Bienenbütteler Bürgermeister setzt auf, wie er selber sagt, „pragmatische Lösungen“ (Austausch von Straßenlampen). Eingefügt in ein Handlungskonzept ist das sicher auch eine sinnvolle Maßnahme, aber eben nicht ausreichend. Die Aussage, es würde ganz viel Aufwand für den Papierkorb sein, ist so anmaßend wie sie falsch ist.

Bei der Umgestaltung der Bahnhofstraße, Gesamtkosten circa eine Millionen Euro, war der Bürgermeister nicht ganz so knauserig. Jedenfall hat er dafür gesorgt, dass wir beim Begehen und Befahren der Straße immer an einen mittelalterliche Holperweg erinnert werden, der jedoch in seiner Gradlinigkeit an eine Autobahn erinnert.

Das Klimaschutzkonzept muss aus meiner Sicht unbedingt wieder in den Rat und umgesetzt werden. Der derzeitige Bürgermeister wird dies nicht unterstützen, insofern ist es nur gut für die Gemeinde Bienenbüttel und den Klimaschutz, dass er sein Amt im Januar 2013 niederlegt. Bei der Wahl eines neuen Bürgermeisters ist aus meiner Sicht ein wichtiger Prüfstein die Haltung zum Klimaschutzkonzept. Die Position der KA und der SPD im Umweltausschuss lassen jedoch nichts Gutes hoffen.

Reinhard Schelle-Grote, Bienenbüttel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare