„Kleinreden ist fahrlässig“

Vorfälle wie in Hösseringen, wo ein Rothirschkalb von einem Wolf gerissen worden sein soll, dürfen nach Auffassung von Ulrich Merz nicht kleingeredet werden. Foto: privat

Die Nachricht, dass ein Wolf bei Hösseringen ein Rothirschkalb gerissen haben soll, bewegt die Leser. Ulrich Merz aus Növenthien, Pressesprecher der Interessengemeinschaft „Weidetierhalter Nordost-Niedersachsen“, schreibt:.

Leider, leider ist das Zeitfenster kleiner, als wir Weidetierhalter in Nordost-Niedersachsen angenommen und befürchtet haben. Seit längerer Zeit warnen wir schon vor der Anwesenheit, vor der unkontrollierten Vermehrung des Raubtieres Wolf, in unserer Region und in Gesamtdeutschland mit der einhergehenden unvermeidlichen Kollision Wolf-Mensch, Mensch-Wolf. Die von Herrn Ripperger dankenswerter Weise angesprochene „Distanz zu den Menschen, die diesem Wildtier eigentlich zugeschrieben wird“, ist dem Wolf bei Hösseringen abhanden gekommen.

Ein Wildtier ist in seinem Verhalten ohnehin schwer auszurechnen. Wenn ein freilebendes Raubtier aber, das an Kraft und Schnelligkeit selbst dem Menschen weit überlegen ist, ein artuntypisches Verhalten zeigt, sollten bei allen die „Alarmglocken schrillen“, nicht nur bei Herrn Ripperger.

Bei den Weidetierhaltern schrillen die Alarmglocken schon lange! Sie wurden und werden nur von Vertretern der Schönredner, Wahrnehmungs-und Handlungsboykottierern aus Umweltverbänden, Umweltpolitik und Wolfsberatern nicht vernommen. Bei den schon jetzt dokumentierten Vorfällen und Wolfsangriffen auf Weidetiere, mit etlichen Rissen und verschreckten geschockten Herden, ist die Verniedlichung und Kleinredung durch Wolfsberater fahrlässig.

Grob fahrlässig aber wird die Verniedlichung und Kleinredung der schon bestehenden Problematik Wolf, durch das Beharren auf ehemals gefasster Meinung, in Missachtung der aktuellen Situation.

Stattdessen wird aus Ignoranz geborener, eingeschränkter Blickrichtung, ein Betroffener Landwirt, Herr Ripperger, das Erzählen von „Ammenmärchen“, also von Lügen (in einem Leserbrief, Anmerk. d. Red.) unterstellt. Die Weidetierhalter und ich entschuldigen uns für die Entgleisung aus Nateln und hoffen, dass Herr Ripperger seine Courage zur Öffentlichkeitsmachung nicht verlieren wird. Nur noch eines: Die Veröffentlichung des Briefes spricht für die AZ und korrigiert den Schreiber in seiner Kritik an einer mangelnden „objektiven Berichterstattung“.

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