Leserbrief

Kleiner Teil der Gesellschaft

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Am vergangenen Donnerstag fand in der Westerweyher Gaststätte „Zum Dorfkrug“ eine Informationsveranstaltung zur Einrichtung eines muslimischen Gräberfeldes im Ort statt.

Zum Bericht „Keine Extrawurst für Muslime“ (AZ vom 18. November) schreibt Michael Schulz aus Uelzen:

Das extrem Traurige an solchen kontroversen Diskussionen ist, dass gerade auch von muslimischer Seite ein großes Maß an Rassismus an den Tag gelegt wird. Aber immer auf die Leute eingedroschen wird, die schon seit hundert Generationen ihre Wurzeln in diesem Land haben.

Dieses Land kann seit dem Ende des letzten Krieges noch gar keine muslimische Kultur gebildet haben. Denn sowas wächst über Jahrhunderte. Aber es wird immer so getan, als wäre der Islam ein Teil dieses Landes. Solange sich diese Seite nicht bereit erklärt, die hier über Jahrhunderte gewachsene Kultur anzuerkennen, wird das nie was werden.

Der Islam ist hier nicht vorherrschende Religion, sondern nur ein sehr kleiner Teil der Gesellschaft. Warum machen all die anderen Religionen nicht so ein Theater?

Ich bin aktiv in vielen Organisationen und Vereinen, wie Greenpeace, der IG Bau, bin Mitglied im Verein der ehemaligen Heimkinder e. V., Mitglied bei lakota-village e. V. unterstütze American Indian Movement in den USA. Ich habe bei den letzten beiden Wahlen Die Linken gewählt, nur um die AfD zu verhindern. Aber ich musste mich in der Innenstadt am Reformationstag von einem Araber oder Orientalen, halt einem südländischen Typus, ob eines laut ausgesprochenen Gedankens („So sind die Christen“) auf der Straße als Nazi beleidigen lassen. Diese Erfahrungen mache ich hier immer öfter. Wenn es nicht nach dem Willen dieser Minderheit geht, sind alle Nazis. Ich habe diese Diskussionen einfach satt. Es gibt in diesem Land Gesetze und Verordnungen, die hier schon zum Teil seit Hunderten von Jahren, spätestens aber mit der Einführung des Code civil durch Napoleon Bonaparte, und dem späteren Bürgerlichen Gesetzbuch für alle in Deutschland lebenden Menschen gelten. Also auch für die seit gerade in dritter Generationen hier lebenden Muslime.

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