Kleine Schulen bevorteilt

Grundschüler in einer Ganztagsschule – für das Stadtgebiet Uelzen feilt man derzeit noch an einer Lösung für ein solches Modell.
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Grundschüler in einer Ganztagsschule – für das Stadtgebiet Uelzen feilt man derzeit noch an einer Lösung für ein solches Modell.

Stefanie Reese aus Uelzen schreibt zur Diskussion über die Planung von Ganztagsschulen in der Stadt Uelzen:

Das Ergebnis der Elternbefragung zeigt deutlich: Die Uelzener Eltern wünschen sich für ihre Kinder auch im Grundschulbereich (und nicht nur im Kleinkindalter) die Ganztagsbetreuung. Darüber muss nicht mehr diskutiert werden. Der Streitpunkt liegt in dem Bereich der Finanzierung. Zusätzlich zeigen die Geburtenzahlen, dass wir in den nächsten Jahren für die Stadt Uelzen mit ihren Ortsteilen zirka 200 Grundschüler weniger haben werden. Alles wie bisher zu belassen, ist rational nicht zu begründen.

Deswegen stelle ich die Frage: Wie lange noch sollen Kleinstgrundschulen auf Kosten normaler Grundschulen subventioniert und bevorteiltwerden? Der Grundsatz, dass alle Grundschüler gleich behandelt werden, ist selbstverständlich. Wenn zwei- bis dreizügige Grundschulen nur halb so viele Steuergelder erhalten wie einzügige Grundschulen, kann von Gleichbehandlung keine Rede mehr sein.

Der Landesrechnungshof weist in seinem Bericht „Wirtschaftlichkeit kleiner Grundschulstandorte“ 2014 nach, dass kleinere Grundschulen doppelt so teuer sind wie Grundschulen mit mehr als 200 Schülern. Die Mehrheit der Grundschüler bekommt demnach weniger finanzielle Unterstützung, weil kleine Grundschulen überproportional Steuergelder benötigen.

Die Politiker der kleinen Ortsteile führen regelmäßig das Argument an, dass mit der Schließung ihrer Grundschulen das Ortsleben ausstirbt und junge Familien wegziehen beziehungsweise keinen Anreiz sehen, ihren Lebensmittelpunkt dorthin zu verlegen. Am Beispiel von Groß Liedern sieht man jedoch, dass das nicht der Fall ist. Die vielen Neubaugebiete dort entstanden nach der Schließung der örtlichen Schule.

Betrachten wir ferner die Schulstatistik, stellt der interessierte Bürger fest, dass in Molzen und Veerßen überproportional viele Schüler aus fremden Schulbezirken unterrichtet werden. Während zum Beispiel am Stern zwölf Schüler (von 209) nicht im eigentlichen Schulbezirk wohnen, sind es in Molzen 14 (von 77).

Prozentual gesehen werden 18,18 Prozent der Kinder der Molzener Grundschule und 13,58 Prozent der Veerßer Kinder zum Unterricht gefahren. Oftmals nicht von ihren Eltern, sondern per Taxi, welches vom Landkreis bezahlt wird. Gerade die Eltern dieser Schulen halten bei den öffentlichen Sitzungen ihre Plakate „Kurze Beine, kurze Wege“ in die Höhe. Passt das?

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